Gaddafi: „Kampf bis zum Sieg oder Tod“

Der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi zeigt sich auch nach der Eroberung seiner Festung Bab el Asisija unbeeindruckt. In einer Audiobotschaft kündigte er an unerbittlich um die Macht kämpfen zu wollen. Der Verbleib von Gaddafi und seiner Familie ist nach wie vor unbekannt.

Bereits am Dienstagabend hatten die Rebellen seine Residenz in Tripolis eingenommen und wenig später auch ihre Flagge gehisst. Seine Anhänger ergaben sich oder flüchteten aus dem einstigen Hauptquartier.

Gaddafi hat Bab el Asisija aus taktischen Gründen verlassen

In seiner Botschaft, die vom Fernsehsender El Oruba veröffentlicht wurde, gab Gaddafi nun an, sein Domizil lediglich aus „taktischen Gründen“ verlassen zu haben, nachdem es von 64 NATO-Raketen in Schutt und Asche gelegt worden sei. Weiterhin machte er deutlich, dass seine Truppen bis zum Sieg oder Tod kämpfen und „der Aggression mit aller Stärke“ Widerstand leisten würden. Er selbst will auch einen geheimen Spaziergang durch die Stadt gemacht haben und dabei keine Gefahr feststellen können. Wann die Botschaft aufgezeichnet wurde, ist unklar. Der regimenahe Fernsehsender, der diese am Dienstag nach eigenen Angaben in Auszügen widergab, will Gaddafis Botschaft am Mittwoch vollständig senden.

Laut dem Militärsprecher der Rebellen, Ahmed Omar Bani, befindet sich Bab el Asisija mittlerweile vollständig unter der Kontrolle der Rebellen. Gleichzeitig gab er bekannt: „Oberst Gaddafi und seine Söhne waren nicht dort, da ist niemand.“ Es werde demnach noch eine Weile dauern bis man ihn in einem „der vielen Löcher“ aufgespürt habe.

Mussa Ibrahim: Kämpfe könnten noch Jahre dauern

Seit Beginn der Kämpfe in Tripolis sind mehr als 400 Menschen ums Leben gekommen. Gut 2000 weitere wurden verletzt. Nach Angaben der Rebellen kontrollieren die Anhänger des Diktators derzeit nur noch drei Stadtteile. Weiterhin wurde angekündigt, dass der Sitz der Übergangsregierung bereits in den kommenden zwei Tagen von der Rebellenhochburg Bengasi nach Tripolis verlegt werden soll. Derweil kündigte Gaddafis Regierungssprecher Mussa Ibrahim an, dass der Bürgerkrieg noch Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern werde.

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