Erdoğan: „Stoppt das Blutvergießen in Syrien!“

Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan hat Syrien erneut aufgefordert, das Blutvergießen im Nachbarland umgehend zu beenden. Er machte deutlich, dass diejenigen, die weiterhin auf eine Diktatur zählten, im Blut, das sie vergießen, ertrinken würden.

„Ich will, dass das Blutvergießen in Syrien ein Ende hat. Glück kann nicht auf Willkür aufgebaut werden. Diejenigen, die das Glück auf einer Diktatur errichten wollen, werden im Blut, das sie vergießen, ertrinken“, so Erdoğan zu Journalisten während der Eröffnung einer Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen der Hauptstadt Ankara und der Provinz Konya.

Außenminister Ahmet Davutoğlu, der sich vor zwei Wochen mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad getroffen hatte, erklärte, dass die türkische Regierung seit dem Wortbruch Assads, der die Militäraktionen gegen sein Volk eigentlich beenden wollte, keinen Kontakt mehr mit Syrien gehabt hätte.

Syrische Oppositionelle treffen sich in Istanbul

Erdoğans Worte kommen kurz nachdem sich syrische Oppositionelle in Istanbul über die Bildung eines „Nationalrats“ beraten haben. Mahmud Osman, Mitglied dieser Gruppe stellte heraus, dass man gerade dabei sei eine Opposition zu bilden. Alles geschehe jedoch noch sehr vorsichtig. „Wir erheben keinen Anspruch darauf für ganz Syrien zu stehen. Doch wir sprechen mit jedem und versuchen einen Konsens zu erreichen“, so Osman weiter.

Eine Ende der Unruhen in Syrien scheint derzeit nicht absehbar. Jeden Freitag zieht es die Demonstranten trotz massiver Gefahr durch Heckenschützen und Granaten erneut in die Straßen der Städte. Auf der anderen Seite gebärdet sich jedoch auch das Regime Assads äußerst stark. Dass es unmittelbar vor dem Zusammenbruch stehen könnte, ist nicht erkennbar. Ganz im Gegenteil: Seit Beginn der Unruhen sind bereits gut 2200 Menschen ums Leben gekommen und auch weiterhin will Assad mit aller Härte gegen die Demonstranten vorgehen, die seiner Meinung nach lediglich Unruhestifter und keine Reformer seien. Forderungen, dass er zurücktreten solle, schlägt er vehement in den Wind.

Assad lässt weiter auf Demonstranten schießen

Auch die UNO hat mittlerweile den Druck auf Assad erhöht. Der Menschenrechtsrat sprach sich mit großer Mehrheit für die Einsetzung einer internationalen Ermittlungskommission aus, die Verstöße gegen die Menschenrechte seit Juli 2011 untersuchen soll. Auch die EU hat ihre Sanktionen ausgeweitet.

Dessen ungeachtet wurde in Horms erneut gewaltsam gegen die Demonstranten vorgegangen. Es gab mindestens sieben Tote.

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