Umbruch in Libyen: Türkische Firmen wollen schnellstmöglich zurück

Nach sieben harten Monaten werden türkische Unternehmen schnell und dauerhaft in das neue Libyen zurückkehren. Dieser Meinung sind führende Handelskonzerne. Immerhin hätten die Firmen dort Vermögen, Gewerbe und offene Rechnungen zurückgelassen. Daneben würden sich aber auch neue Möglichkeiten auftun.

Vor allem türkische Baufirmen, die bereits in Libyen aktiv waren, würden nach den Monaten der politischen Unruhen und des Bürgerkriegs im „neuen Libyen“ große Chancen sehen. Sie selbst hat der Umbruch einige Milliarden Dollar gekostet.

„Nahezu 141 Milliarden US-Dollar an Vermögen wurden vom Westen (und der lybischen Verwaltung) eingefroren. Sobald diese wieder frei werden, könnten davon auch die türkischen Unternehmen bezahlt werden“, so Ersin Takla, Vorsitzender des türkisch-libyschen Geschäfts-Gremiums des Ausschusses für Außenwirtschaftliche Beziehungen (DEIK).

Anerkennung der libyschen Übergangsregierung schafft Vorteile

Sowohl die Türkei als auch der Westen wartet derzeit darauf, dass sich die Lage in Libyen beruhigt. „Es besteht kein Zweifel, dass die Türkei von der Anerkennung der größten oppositionellen Gruppe als die legitime Regierung des Landes vor fast einem Monat profitieren wird“, so Takla weiter.

Laut Aussagen des Experten sicherten die Oppositionellen der Türkei bereits während eines Treffens der Libyen-Kontaktgruppe am 15. Juli in Istanbul wesentliche Rechte zu. Auch sein Geschäfts-Gremium wurde erst kürzlich nach Libyen eingeladen.

Die Türkei hat noch immer gut 2,5 Milliarden Dollar an Aktiva, Geldanlagen und anhängigen Zahlungen in Libyen. Die türkischen Firmen, gibt Takla Auskunft, hätten gut 950 Millionen Dollar an Vermögen im Land, daneben 1,4 Milliarden an überfälligen Zahlungen und nahezu 100 Millionen auf libyschen Banken. Türkische Unternehmen übernahmen in Libyem allein in den Jahren 2009 und 2010 Projekte im Gesamtwert von 7,627 Milliarden Dollar.

Türkische und französische Firmen konkurrieren in Libyen

„Sobald die Sicherheit gewährleistet werden kann, wollen wir, dass die türkische Erdöl Kooperation wieder in Libyen anläuft“, erklärte auch der türkische Energieminister Taner Yıldız. „Dier Türkei wird im Land eine aktive Rolle spielen“, glaubt auch Rıza Nur Meral, Vorsitzender der Konföderation Türkischer Industrieller und Geschäftsleute (TUSKON). Sowohl die Position der Türkei als auch über die noch ausstehenden Zahlungen an türkische Firmen durch die neue libysche Regierung werde noch diskutiert werden, so Meral. Er ist überzeugt, dass die Chance, dass die Unternehmen in das gebeutelte Land zurückkehren, sehr hoch sei.

Doch nicht nur die Türkei werde dem durch die Auseinandersetzungen stark zerstörten Land wieder ökonomisch auf die Beine helfen. Auch Frankreichs Unternehmen werden hier mitreden wollen, glaubt Orhan Turan, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Baustoffindustrie (Insaat Malzemesi Sanayicileri Dernegi, IMSAD).

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