Sertab Erener unter Beschuss: Macht sie Werbung für die AKP?

Kritik an Somalia-Besuch: Den Stars, die Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nach Somalia begleitet haben, wird vorgeworfen, die Reise nicht aus Mitleid für die Menschen angetreten zu haben.

In der Türkei werden zurzeit viele Prominente auf den Somalia-Besuch angesprochen und gefragt, ob sie auch von Erdogan eingeladen worden seien. Der weltweit erfolgreiche Pianist Fazil Say antwortete auf diese Frage, er sei  zwar nicht von Erdogan, aber von der CHP eingeladen worden. Mit Blick auf die AKP sagt er, dass er traurig darüber sei, dass die derzeitige Regierung nicht zwischen Prominenten und Künstlern unterscheiden könne. Um nicht parteiisch zu wirken, habe er die Einladung der CHP abgelehnt. Dies sei keine politische Frage, wer helfen wolle, könne das auch selbst tun.

Erener über Winehouse: „Talent, aber keinen Verstand“

Nachdem Sertab Erener, Ajda Pekkan und andere türkische Stars aus Somalia zurückgekehrt sind, äußern sich immer mehr Stars zu den Motiven der Reise. Say spricht speziell über Sertab Erener. Durch die Begleitung des Ministerpräsidenten Erdogan habe sie sich parteiisch gezeigt. Dabei lässt er es nicht aus, auf ihre Äußerungen über Amy Winehouse, kurz nach ihrem Tod, Bezug zu nehmen: „Hätte sie nur einen Bruchteil des Verstands, den sie Amy Winehouse vorwirft, wäre sie den Besuch nicht aus Werbezwecken, sondern aufgrund ihres Gewissens angetreten.“ Sertab Erener sagte zuvor im türkischen Fernsehen über Amy Winehouse: „Sie hatte unbeschreibliches Talent, doch das allein reicht nicht, man braucht auch Verstand.“

Sertab Erener ließ nicht lange auf ihre Sicht der Dinge warten. Sie wolle sich nicht auf eine polemische Auseinandersetung mit Fazil Say einlassen, so Erener. Über Twitter ließ sie verlauten: „Jeder hat das Recht andere zu kritisieren und seine Meinung frei zu äußern. Aber es wäre schön gewesen, wenn dies auf respektvolle Art und Weise geschehen wäre.“

Nihat Dogan: „20 Prozent der Türken sind dumm“

Der Journalist Yilmaz Özdil erklärte, er verstehe nicht warum man gerade Nihat Dogan auf die Reise mitgenommen habe. Andere Künstler, die schon mehr im Bereich Charity getan hätten, seien eher dafür geeignet. Von anderen Seiten wird ihm vorgeworfen, die Reise aus Eigenwerbung angetreten zu sein.

Nihat Dogan antwortete auf die Vorwürfe: „15 bis 20 Prozent der Türken sind dumm. Sie Verhalten sich wie das Volk von Moses, das ihm nicht geglaubt hat. Sie selbst sind nicht dazu bereit, etwas zu tun, aber diejenigen die helfen machen sie schlecht. Sie sollten nicht so ein Drama daraus machen. In Somalia sterben schließlich Menschen!“

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