In Tripolis gefangene Journalisten wieder frei

Die Anhänger Muammar al-Gaddafis, welche 35 Journalisten fünf Tage in einem Hotel in Tripolis festhielten, haben aufgegeben.

Gaddafis Anhänger hätten aus der Erkenntnis kapituliert, sagte einer der Freigelassenen, der international erfahrene CNN-Reporter Matthew Chance am Mittwoch, dass der größte Teil der Stadt in die Hand der Rebellen gefallen sei. Chance meint, dass den Wachen im Hotel Rixos „die Realität langsam dämmerte“, dass Gaddafis Regierung zusammengebrochen war: „Sie haben wirklich geglaubt, dass Gaddafi zurück kommen würde, um die Rebellen zu schlagen“.

Als die Rebellen Gaddafis Residenz Bab al-Aziziya am Dienstag überrannten, sei allerdings dann „mehr und mehr offensichtlich“ geworden, „dass außerhalb des Hotels nichts wirklich mehr unter Gaddafis Kontrolle war.“

Mittwoch endlich hatten die Wachen ihre Waffen übergeben und den Journalisten gesagt, sie würden sie ziehen lassen. Die Reporter hatten befürchtet, als menschliche Schutzschilde benutzt oder hingerichtet zu werden, so Chance. Die Bedrohungslage war den Reportern immer bewußt. Bei einer Gelegenheit wurde sie ihnen besonders deutlich vor Augen geführt, die Fox TV-Kameramann Paul Roubicek nachträglich so beschreibt: „Wir waren gerade im Speisesaal und kochten eine große Kanne Tee, als ein Scharfschütze zwei Salven durch das Fenster jagte.“ Zum Glück wurde niemand verletzt oder getötet. Am Ende wurden alle unversehrt freigelassen. Viele weinten vor Erleichterung und umarmten einander.

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