Michael Jackson als Vorbild: Gaddafi hatte „Neverland“ in Libyen

Es gibt fliegende Fahrgeschäfte, einen Zoo und eine Schrein für seine verstorbene Tochter. Der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi hat sich Tripolis eine Art "Neverland"-Ranch aufgebaut. Ganz so wieder der 2009 verstorbene King of Pop, Michael Jackson, einst in den USA.

Nach der Einnahme von Gaddafis Festung Bab el Asisija durch die Rebellen, nutzten auch die Bürger der Stadt die Gelegenheit den weitläufigen Gebäudekomplex zu plündern. Was sie dort vorfanden, erstaunte jedoch nicht wenige.

Streichelzoo mit veruntreuten Millionen gebaut

Der libysche Tyrann hatte auf dem Areal nicht nur einen kleinen Freizeitpark mit historisch anmutenden Fahrgeschäften eingerichtet. Auch ein Streichelzoo, den er wahrscheinlich mit veruntreuten Geldern errichten und mit Hilfe befreundeter afrikanischer Diktatoren bestücken ließ, sowie ein Kino fand sich auf dem weitläufigen Gelände, das einige Plünderer mit einem Golf-Buggy durchstreiften. Daneben hatte Gaddafi offenbar auch einen Faible für Kunst. Wertvolle Gemälde und Skulpturen fanden sich ebenso wie Repliken alter Möbel aus dem 14. Jahrhundert.

Auch das bereits 1986 zerstörte Haupthaus ist noch vorhanden. Heute wirkt das Ganze wie ein Mausoleum: Die damals zerstörten Möbel hat der Diktator unter Glas gesetzt. Nichts sollte offenbar verändert werden. Auch das Schlafzimmer seiner verstorbenen Adoptivtochter Hana ist noch vorhanden. Sie war zum  Zeitpunkt des Angriffs erst ein paar Monate alt. Auch eine Art Schrein zu Ehren des kleinen Mädchens findet sich in der einstigen Residenz.

Plünderer nehmen mit, was sie tragen können

Beim Anblick von so viel Luxus kommen einige Rebellen nicht umhin ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Noch während einige von ihnen in einer überdimensionalen Teetasse eines Fahrgeschäfts posieren, meint einer von ihnen: „Libyens Kinder habe keine Kindheit. Ihr Leben wurde von Gaddafi zerstört. Aber seine Kinder, seine Familie hat alles.“

Einige von ihnen schleppten nun hinaus, was auch immer sie tragen konnten. Während andere mahnten, alles so zu belassen wie es ist. Als Mahnmal für Libyens Volk. Doch ganz gleich, wie sie sich entschieden haben. Eines ist gewiss: „Von diesem Tag werden sie auch noch ihren Enkeln erzählen.“

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