Philipp Lahm: „Wenn einem der Kopf gewaschen wird“

Eine der frechsten Dinge, die sich Lahm in seiner Karriere geleistet hat, war die Kritik am Vorstand des FC Bayern München. In seinem Buch "Der feine Unterschied" berichtet Lahm, wie ihm darauf "der Kopf gewaschen" wurde.

In einem vom Verein nicht autorisierten Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ hatte Lahm 2009 erklärt: „Man darf Spieler nicht nur kaufen, weil sie gut sind“ und damit die Art der Spieler-Verpflichtungen der Vereinsführung kritisiert. Wie die „Bild“ berichtet, folgte darauf „eine laute Ansprache des Vorstandsvorsitzenden“ Karl-Heinz Rummenigge: „Rummenigge ist richtig sauer. So etwas, sagt er, habe er noch nie erlebt. […] So ist das also, wenn einem der Kopf gewaschen wird. Kannte ich nicht, fühlt sich nicht gut an, kann ich gern darauf verzichten.“

Cognac von Hoeneß wichtiger

Am nächten Tag muss Lahm noch einmal zu einem klärenden Gespräch erscheinen. Auch hier wird es nach Aussage Lahms rückblickend wohl wieder laut, doch irgendwann sei eine Flasche Cognac wichtiger geworden: „Das Gespräch dauert zwei Stunden, dann schweifen die Themen ab. Uli Hoeneß hat zum Beispiel eine Flasche Cognac geschenkt bekommen, und plötzlich reden wir über Cognac, und dass wir wieder einmal einen gemeinsam trinken sollten.“

Was folgt, ist dennoch die höchste Geldstrafe der Vereinsgeschichte für einen Spieler: 50.000 Euro. Angesichts des Gehalts, das Lahm beim FC Bayern bekommt – etwa neun Millionen Euro pro Jahr – wird ihn das wenig geschmerzt haben. Zudem brachte ihm das Interview viel Respekt innerhalb und auch außerhalb des Vereins ein: Endlich hatte mal jemand den Mund aufgemacht!

Rudi Völler: Lahm hat „null Charakter“

Im Moment sorgt der Vorabdruck des Buches, das am 29. August erscheint, bereits für großen Ärger, da Lahm mit einigen früheren Trainern zum Teil hart ins Gericht geht. der frühere Nationalmannschafts-Coach Rudi Völler etwa hatte sich bereits kritisch geäußert, bezeichnete einige Passagen des Buches als „erbärmlich und schäbig“ und unterstellte dem Kapitän des FC Bayern und der deutschen Fußballnationalmannschaft „null Charakter“. Die Verkaufszahlen des Buchs dürften solche Äußerungen nicht schmälern – im Gegenteil.

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