Rücktritt: Japans Ministerpräsident scheitert an Fukushima

Nach nur knapp 15 Monaten im Amt ist am Freitag der japanische Ministerpräsident Naoto Kan zurückgetreten. Als aussichtsreicher Kandidat wird der frühere Außenminister Seiji Maehara gehandelt.

Überraschend kam die Erklärung von Naoto Kan nicht. Der ehemalige Ministerpräsident hatte seinen Entschluss bereits öffentlich gemacht. Nachdem die zur Bedingung gemachten Schlüsselgesetze nun verabschiedet wurden, gab es kein Zögern mehr.

Neben innerparteilichen und politischen Problemen wird vor allem das unzureichende Management der Erdeben- und Tsunamikatastrophe als Grund für den Rücktritt des einstigen Bürgerrechtsanwalts, dessen Reformen immer wieder auf Widerstand gestoßen waren, betrachtet.

Naoto Kan übte scharfe Kritik an Tepco

Nach den Ereignissen des 11. Märzes wollte der studierte Physiker auch die Atomlobby zurückdrängen. Ungewöhnlich scharf kritisierte er den Fukushima-Betreiber Tepco.  Auch eine Verstaatlichung des Atomriesens stand für ihn zur Debatte. Immer wieder war er in den ersten Tagen nach der Katastrophe vor die Kameras getreten, um das Volk über die Ereignisse zu informieren. Jetzt sollte Japan auf Erneuerbare Energien umschwenken. Am Ende fehlte ihm nicht nur hierfür der politische Rückhalt.

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