Britische Kampfjets bombardieren Gaddafis Heimatstadt

Britische Kampfflugzeuge haben eine Bunker in Muammar al-Gaddafis Heimatstadt Sirte bombardiert. Der britische Verteidigungsminister Liam Fox stritt ab, dass die NATO mit dem Angriff explizit auf Gaddafi gezielt habe.

Sirte bleibt eines der wenigen verbliebenen Rückzugsgebiete von Gaddafi-Anhängern, der trotz eines Kopfgeldes von 1.7 Millionen Dollar noch immer auf freiem Fuß ist. Nach Spekulationen könnte er in der Stadt 360 ​​Kilometer östlich von Tripolis Zuflucht gefunden haben. Bislang wurde dies allerdings von keiner Seite bestätigt. Der britische Verteidigungsminister Liam Fox meinte, bei dem NATO-Angriff habe es sich nicht um einen gezielten Angriff auf Gaddafi gehandelt. „Es ist nicht die Frage, ob Gaddafi gefunden wird. Es ist sicherzustellen, das das Regime nicht in der Lage ist, weiterhin Krieg gegen das eigene Volk zu führen“, sagte er der BBC. Der Angriff habe statt dessen sicherzustellen sollen, dass es kein alternatives Kommandozentrum gebe, „sollte das Regime versuchen, Tripolis zu verlassen“.

Weiter teilte das Verteidigungsministerium in London mit, einer der wenigen verbliebenen Langstrecken-Lenkflugkörper sei in der Nähe von Al Watiyah nahe der tunesischen Grenze zerstört worden.

NTC: Umsturz kostete 20.000 Tote in Libyen

Ali Tarhuni vom Nationalen Übergangsrat (NTC) appellierte an Gaddafis Anhänger, ihre Waffen niederzulegen und versprach, dass sie rechtmäßig behandelt würden: „Legen Sie Ihre Waffen nieder und gehen Sie nach Hause. Wir werden uns nicht rächen. Zwischen uns und zwischen Ihnen ist das Gesetz. Ich verspreche, Ihnen wird nichts geschehen.“

Derweil warnte die UN-Kommission für Menschenrechte in Genf diejenigen, die auf der Jagd nach Gaddafi sind, um ihn zu töten, dies sei „nicht mit den Regeln der Rechtsstaatlichkeit vereinbar“. Sie forderte zudem alle libyschen Menschen in Machtpositionen auf, Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass keine Verbrechen und keine Rache verübt würden“. Es gibt Berichte über Gräueltaten auf beiden Seiten. Achtzig verwesende Leichen von Menschen waren in einem Krankenhaus gefunden worden, die offenbar wegen fehlender Behandlung gestorben waren, weil die Ärzte aus Angst vor Gaddafis Scharfschützen geflohen waren.

Gaddafi-Anhänger sollen zudem laut Amnesty International „zahlreiche“ Gefangene in zwei Militärlagern in Tripolis getötet haben. Nach Schätzungen des Nationalen Übergangsrates hat der Konflikt bislang mehr als 20.000 Menschen getötet.

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