Zuckerfest: Danke, Deutschland!

Sollen Politiker doch über Integration diskutieren und Forscher weiter Probleme analysieren! Die Realität sieht anders aus. Muslime fühlen sich in Deutschland wohl.

Der Fastenmonat Ramadan ist zu Ende. 30 Tage lang haben die Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts gegessen und nichts getrunken. Drei Tage lang werden sie nun das Ende des Ramadan zelebrieren.

Das Ramadan Bayram (im Deutschen auch Zuckerfest genannt) beginnt mit einem gemeinsamen Gebet in der Moschee. Danach werden Eltern, Großeltern, Familienangehörige, Nachbarn, Freunde und andere Bekannte besucht. Wie der gesamte Fastenmonat ist auch das Zuckerfest eine Zeit, in der die Muslime viel beten und sich auf Gott besinnen. Man versucht an Gutes zu denken und Gutes zu tun und sich nicht von irdischen Dingen ablenken zu lassen. Muslime, die verstritten sind, nutzen die Gelegenheit des Zuckerfestes, um sich zu vertragen. Feindschaften werden begraben und Freundschaften werden bekräftigt. Eine türkische Tradition ist es dabei, dass die Kinder den Älteren die rechte Hand küssen und von diesen mit Süßigkeiten belohnt werden. Es ist also vor allem ein Familienfest.

Die Muslime nutzen diese Feiertage für einen Neuanfang. Sie sollten diese Feiertage als Anlass nehmen, sich intensiver für den Dialog, für Toleranz und für Versöhnung einzusetzen. Die gesamte Fastenzeit steht stellvertretend für Menschlichkeit, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und für ein harmonisches und friedliches Zusammenleben. Feste wie das Zuckerfest sind besonders dazu geeignet, der Menschheit Frieden und Freundschaft zu bringen. Der Ramadan hat es erneut geschafft, die Muslime sensibler zu machen. Hoffen wir darauf, dass von nun an noch mehr auf die Hilfsbedürftigen geschaut wird. Das Zuckerfest ist insbesondere dazu da, um das friedliche Zusammenleben aller Menschen auf dieser Welt zu fördern und ist dazu geeignet sich für einen Dialog, an Stelle eines Zusammenpralls der Kulturen stark zu machen.

„Eine tiefe Freundschaft verbindet die Muslime mit der Mehrheitsgesellschaft“

Vor allem in einer Zeit, in der der Islam mit Terror und Gewalt, mit der Unterdrückung der Frau, Zwangsehen und Intoleranz in Verbindung gebracht wird, sollten alle Muslime einen großen Wert darauf legen, auch ihre deutschen Nachbarn in die Feierlichkeiten zu integrieren. Sollen die Politiker doch über Integration weiter diskutieren und die Forscher weiter die Probleme analysieren! Die Realität sieht anders aus. Eine tiefe Freundschaft verbindet die Muslime mit der Mehrheitsgesellschaft. Sie fühlen sich hier wohl. Das Zuckerfest wird in Deutschland nicht mit Trauer oder Sehnsucht nach Heimat gefeiert. Ganz im Gegenteil. Seit mehr als nun drei Generationen leben die Muslime hier. Deutschland ist ihre Heimat geworden. Sie haben ihre Moscheen, ihre Kulturvereine und sogar muslimische Friedhöfe. Das heißt, dass sie sogar die Tradition der Totenbesuche aufrecht erhalten können.

Ein Zuckerfest in Deutschland unterscheidet sich also fast überhaupt nicht mehr von einem Zuckerfest in der Türkei. Die Muslime sollten dieses Zuckerfest daher vor allem dazu benutzen, Deutschland ihren Dank auszusprechen. Natürlich gibt es Probleme und Schwierigkeiten. Die gibt es überall, wo Menschen aufeinander treffen, sogar innerhalb einer Familie, unter Geschwistern. Ganz in der Tradition des Ramadan sollten wir das Schlechte vergessen und uns an das Gute erinnern. Das Zuckerfest bietet eine Gelegenheit, um den ersten Schritt zu machen. Ich wünsche allen Muslimen ein frohes Zuckerfest.

Ercan Karakoyun

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