Gaddafis Frau und Kinder auf der Flucht

Jetzt sind auch Teile seiner Familie weg: Die Ehefrau des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi, seine Tochter sowie zwei seiner Söhne befinden sich nicht mehr in Libyen. Die Vier sind gemeinsam mit den Enkeln nach Algerien geflohen. Wo sich Gaddafi selbst aufhält, ist auch eine Woche nach dem Sturm der Rebellen auf Tripolis völlig unklar.

Wie das algerische Außenministerium am Montag bekannt gab, haben Gaddafis Ehefrau Safia, die erwachsene Tochter Aisha sowie die beiden Söhne Hannibal und Mohammed samt deren Kinder bereits am Morgen gegen 08.45 Uhr (MESZ) in einem Konvoi von gepanzerten Mercedes-Limousinen die Grenze nach Algerien passiert. „Diese Information wurde dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, dem Präsidenten des Sicherheitsrates und Mahmud Dschibril, dem Präsidenten des Exekutivkomitees des Nationalen Übergangsrates, übermittelt“, so das Ministerium.

Neues Gerücht um Tod von Gaddafi Sohn Khamis

Während die Rebellen mühsam und mit Unterstützung der NATO Kräfte zusammen ziehen, um Gaddafis Heimatstadt Sirte zu stürmen, werden jetzt, sechs Tage nach der Erstürmung seiner Residenz von Bab al-Asisia Gerüchte laut, er könnte in Bani Walid, gut 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt, untergetaucht sein. Mit dabei sein soll sein Sohn Al-Saadi. Darüber hinaus gab es erneut Meldungen, dass sein Sohn Khamis ums Leben gekommen sein soll. Erst Anfang August gab es ähnliche Gerüchte. Dann tauchte der 28-Jährige jedoch im libyschen Staatsfernsehen auf. Jetzt heißt es, er sei auf dem Rückzug auf der Straße nach Bani Walid erschossen worden.

Übergangsrat verurteilt Aufnahme des Gaddafi-Clans

Die Flucht der Ehefrau sowie drei seiner Kinder stößt bei der Übergangsregierung Libyens auf massive Kritik. Informationsminister Mohammed Schammam rügt Algerien: „Dies ist ein Akt der Aggression gegen das libysche Volk und seine Hoffnungen.“ Es würden alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden, um diese Kriminellen zurückzubekommen und sie vor Gericht zu stellen. Gleichzeitig sprach er eine Warnung in Richtung all jener aus, die dem Machthaber selbst Zuflucht gewährten. Damit, so der Minister, machten sie sich zum „Feind des libyschen Volkes“.

Algerien ist das einzige der Nachbarland, das den Rebellenrat bisher noch nicht als legitime Vertretung des libyschen Volkes anerkannt hat.

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