Libyens Gefangene: Noch immer werden 50.000 vermisst

Im Zuge der Unruhen haben libysche Rebellen schon gut 11.000 Gefangene befreit. Gerettet sind aber noch lange nicht alle. Es wird vermutet, dass bis zu 50.000 weitere in versteckten Bunkern fristen.

Noch immer werden nahezu 50.000 Menschen, die vom Gaddafi-Regime eingesperrt wurden, vermisst. Die Sorge geht um, dass sie von ihren Kidnappern in geheimen unterirdischen Bunkern versteckt gehalten werden. Die Rebellenführung geht davon aus, dass gut 60.000 Gegner des Tyrannen seit Beginn der Unruhen im vergangenen Februar verhaftet wurden. Bisher konnten allerdings erst 11.000 von ihnen wieder befreit werden.

In vielen Fällen geht man inzwischen davon aus, dass sie Massenexekutionen zum Opfer gefallen sind. Bei einigen glaubt man jedoch, dass sie noch am Leben sein könnten. Sie werden in unterirdischen Systemen vermutet, die von Gaddafis Truppen allerdings während des Sturms auf Tripolis verlassen wurden. Rebellen und humanitäre Hilfstruppen sind nun in einen Wettlauf mit der Zeit eingetreten. Schnellstmöglich müssen sie die Eingesperrten finden und befreien.

Bis zu 60.000 Menschen wurden vom Gaddafi-Regime verhaftet

Zehntausende Oppositionelle wurden von Gaddafis Truppen während der Schlachten um Benghasi und andere Städte gefangen genommen. Daneben wurden Tausende Zivilisten, die beschuldigt wurden die Rebellen zu unterstützen, während der blutigen Niederschlagungen mit denen der Tyrann die Ausbreitung der Unruhen stoppen wollte, verhaftet.

Rebellenoberst Ahmed Omar Bani zeigt sich zutiefst besorgt: „Die Anzahl der Menschen, die in den letzten Monaten gefangen genommen wurden, liegt zwischen 57.000 und 60.000. Bisher konnten 11.000 von ihnen wieder befreit werden… also, wo sind die anderen?“ Viele Leute in Tripolis würden, so erklärt er weiter, derzeit in der Nähe von ehemaligen Gefangenenlagern oder dem Gefängnis Abu Slim auf Massengräber stoßen. „Wir haben Namen von Leuten, die wissen, was mit den Inhaftierten in Tripolis passiert ist. Diese Leute werden gerade von unseren Befreiungseinheiten gesucht. Wir fordern jeden, der Informationen über den Verbleib von Gefangenen hat, auf, uns zu kontaktieren.“ Es wäre geradezu eine Katastrophe, wenn sie alle getötet worden wären.

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