Gold- und Devisen-Tausch: Türken investieren in Autos

Viele Türken, die zuvor in Gold und Devisen investiert hatten, entscheiden sich, die erzielten Renditen in bare Münze zu verwandeln: Der Autoabsatz in der Türkei stieg im August dadurch signifikant.

Gold erzielt derzeit rekordverdächtige Preise. Viele türkische Investoren hatten sich in der Vergangenheit auf Grund der Angst vor einer weiteren Finanzkrise wie 2008 entschieden, in die beständige Anlage Gold zu investieren. Gleichzeitig ist der Euro seit Beginn des Jahres im Vergleich zur Lira um beinahe 20 Prozent angestiegen. Die Lira hat im selben Zeitraum im Vergleich zum Dollar etwa 13 Prozent eingebüßt. Grund dafür ist eine Abwertungspolitik der türkischen Zentralbank, um kurzzeitig den Geldzufluss in die Türkei zu drosseln und eine Wettbewerbsfähigkeit der Ausfuhrpreise im Falle einer globalen Finanzkrise zu schaffen.

Toyota: „Im August haben wir zum Teil an nur einem Tag 130 Autos verkauft.“

Nun scheint der Moment für den Ausstieg aus Gold und ausländischen Geldvorräten da zu sein: Der türkische Automarkt boomt. Ali Haydar Bozkurt, CEO der Verkaufs- und Marketingabteilung des Autoherstellers Toyota äußerte sich dazu: „Wir haben einen Anstieg im Kundenverkehr bis zum Ramadan Bayram [Fastenbrechen am Ende des Ramadan] verzeichnet. Viele Menschen mit Ersparnissen in Fremdwährungen und Gold investieren ihre Profite jetzt in Automobile. Kunden, die das Gefühl haben, sie hätten durch den Anstieg dieser Währungen [Dollar und Euro] im Vergleich zur Lira und den Anstieg der Goldpreise genug Geld verdient, setzen diese Verdienste nun in den Kauf von Autos um. Im August haben wir zum Teil an nur einem Tag 130 Autos verkauft.“

Obwohl der Euro 20 Prozent über der Lira liegt, habe Toyota die Preise im August nur um zwei bis drei Prozent angehoben. Wenn die Wechselraten so hoch bleiben würden, sei ein weiterer Preisanstieg jedoch in den nächsten Monaten unumgänglich. Insgesamt seien im Juli 63.000 Autos verkauft worden, im August erwarte man allerdings einen Rückgang von etwa zehn Prozent auf 55.000 auf Grund der Bewegungen in den Fremdwährungen. Bozkurt: „Der Jahresabsatz am türkischen Automarkt wird 2011 schätzungsweise  850.000 erreichen, im nächsten Jahr wird es etwa 800.000 Verkäufe in dem Bereich geben.“

Das verheerende Erdbeben und der Tsunami in Japan hätten sich auf die angestrebten Endjahresverkäufe von 50.000 Autos ausgewirkt, da Lieferungen aus Japan durch den Zusammenbruch der Produktion nur eingeschränkt möglich waren. Bozkurt: „Wir haben 2010 40.058 Autos verkauft und erwarten in der Türkei einen Gesamtverkauf von 42.000 bis 43.000 Toyotas bis zum Ende des Jahres. Das übersteigt noch immer die Verkäufe aus dem Vorjahr.“

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