Eid al-Fitr: Assad lässt auf sein feierndes Volk schießen

In Syrien sind anlässlich der muslimischen Feierlichkeiten zum Fest des Fastenbrechens die Todesfälle erneut gestiegen. Zuletzt starben am Dienstagmorgen sechs Menschen in Daraa und Horms, wo sich die Menschen zu Protesten gegen das Regime Baschar al-Assad versammelten und zugleich Eid al-Fitr begingen.

Wie Aktivitsten aus Syrien berichten, ist die Anzahl der Toten allein in den vergangenen 24 Stunden auf 23 angestiegen. 17 von ihnen wurden allein am Montag durch Regime treue Sicherheitskräfte getötet.

Unterdessen sind auch in der Industriestadt Aleppo Proteste ausgebrochen. Während der Unruhen in den letzten fünf Monaten war diese Stadt weitestgehend im Hintergrund geblieben. Jetzt gingen Hunderte Anwohner in den Bezirken Tal Rifaat, al-Baba und al-Atarib auf die Straße, um dort den Beginn der Feiertagsfestlichkeiten zu begehen. Vielfach waren Mut machende und sich gegenseitig stärkende Parolen zu hören. Gott solle ihnen, den Schwachen, seine Stärke geben. Er solle sie beschützen. Gleichzeitig schworen sie, die Proteste weiter fortzusetzen. Niemals würden sie aufgeben und durchhalten wollen, bis sie ihr Ziel erreicht hätten oder den Märtyrertod gestorben seien.

Assads Truppen machen auch vor den Feiertagen nicht Halt

Doch selbst jetzt hielten sich die Leute von Präsident Baschar al-Assad nicht zurück. Im Gegenteil: Vielfach, so berichten Augenzeugen, seien sie diesmal härter denn je gegen die Demonstranten vorgegangen. Es sei geradezu ein Wunder, dass nicht noch mehr Menschen gestorben seien.

Erneut haben die Aktivisten zahlreiche Videos hochgeladen. Sie zeigen Ausschreitungen in Idleb, in und um Damaskus, Amouda, Qaboun und dem Midan. „Das schönste Geschenk für dieses Eid wäre es, wenn es mit dem Regime zu Ende gehen würde. Das war ein harter Monat, der von einem blutigen Fastenbrechen beschlossen wurde. Es sollte eigentlich ein glücklicher Tag sein, eine schöne Zeit des Feierns. Für uns ist es die Zeit, zu der wir Gott anrufen, um uns bei unserer Revolution beizustehen“, erklärt ein Bürger von Lattakia. Sein Heimatort bot mitunter die schlimmsten Szenen des Niederschlags. Die Truppen kreisten dort Hunderte von Protestierenden ein, nahmen ihnen ihre Ausweise ab und pferchten sie in Sportstadien.

Die Feierlichkeiten zu Eid al-Fitr dauern zwei Tage an. Viele befürchten, dass in noch weitere Menschen sterben könnten. Seit Beginn der Unruhen verloren bereits gut 2000 ihr Leben.

Hier versammeln sich die Protestierenden in Aleppo:

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