Flucht des Gaddafi Clans: Algerien verteidigt die Aufnahme

Ein UN-Gesandter Algeriens hat die Entscheidung seines Landes verteidigt, die Frau Muammar al-Gaddafis und seine drei Kinder aufzunehmen. Falls Gaddafi selbst nach Algerien käme, würde man ihn allerdings unverzüglich an den Internationalen Strafgerichtshof ausliefern.

Mourad Benmehidi, der UN-Gesandte von Algerien verteidigte die Entscheidung seines Landes, Frau und Kinder des flüchtigen libyschen Machthabers Gaddafi aufzunehmen. In der Wüstenregion herrsche ein „heiliges Gesetz der Gastfreundlichkeit“.

Gaddafis Tochter Aisha bringt in Algerien eine Tochter zur Welt

Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika ließ, laut der Zeitung „el-Chorouk“, mitteilen, sein Land werde die internationalen Gesetze bezüglich aller Angelegenheiten des Libyenkonflikts akzeptieren: „Sollte Gaddafi versuchen Algerien zu betreten, während die Rebellen die Kontrollen an tunesischen und ägyptischen Grenze verschärfen, würde Algerien ihn verhaften und ihn dem Internationalen Strafgericht (ICC) aushändigen, wie es die internationalen Übereinkünfte gebieten.“

Die Entscheidung sei nicht als Reaktion auf den Sturz des Gaddafi-Regimes zu verstehen, sondern stehe im Zusammenhang mit den Haftbefehlen des ICC für Gaddafi, seinen Sohn Saif al-Islam und seinen Geheimdienstchef, die wegen des Vorwurfs der Menschenrechtsverletzungen erhoben wurden. Die Familie Gaddafis hält sich, der Zeitung zufolge, in der südöstlichen Provinz Illizi auf und darf die Hauptstadt Algier nicht betreten. Die einzige leibliche Tochter Gaddafis, Aisha, soll nur einen Tag nach der Flucht am frühen Dienstagmorgen ein Kind zur Welt gebracht haben. Mutter und Tochter seien gesund, so Berichte aus algerischen Regierungskreisen. Der Aufenthaltsort von Muammar al-Gaddafi selbst ist weiter unbekannt.

Algerien fürchtet Islamisten im Nationalen Übergangsrat

Gemäß der algerischen Zeitung „El Watan“ schließt Algerien „auf Grund der prekären Situation“ den südlichen Teil seiner Grenze zu Libyen. Die Grenze ist mehrere hundert Kilometer lang und besteht zu weiten Teilen aus Wüstengebiet. Sprecher der algerischen Regierung hatten Bedenken geäußert, militante Islamisten könnten den libyschen Nationalen Übergangsrat infiltriert haben und der nordafrikanische Ring von Al Qaida könne das Chaos in Libyen ausnutzen, um an Waffen und Sprengstoff zu kommen.

Diese Vorwürfe hat der Übergangsrat verärgert zurückgewiesen und Algerien im Gegenzug vorgeworfen, im libyschen Bürgerkrieg die Seite Muammar al-Gaddafis ergriffen zu haben. Dies wiederum wurde von algerischer Seite bestritten. Ein Sprecher der libyschen Rebellen hatte die Aufnahme der Familie Gaddafis einen „Akt der Aggression gegen das libysche Volk“ genannt und angekündigt, man werde alle legalen Möglichkeiten nutzen, um die Familie Gaddafis zur Rückkehr zu zwingen.

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Gaddafis Frau und Kinder auf der Flucht

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