Schnittpunkte: Kulturschaffende in Berlin und Istanbul

Deutsch-Türken der dritten Generation - Zum 50. Jubiläum des Anwerbeabkommens startet in Berlin das Festival "B-34: Kultürk".

In dem Dokumentarfilm „Ücüncü Ses. Eine dritte Stimme“, der den Auftakt des Festivals bildet, haben die Studententeams Künstler aus den beiden Metropolen Berlin und Istanbul zu Wort kommen lassen. Dabei werden Schnittpunkte der Künstler beider Städte deutlich. In Berlin wie auch in Istanbul haben Künstler finanzielle Probleme. Die Vizedekanin der Bahcesehir Universität Prof. Dr. Celik glaubt, der finanzielle Aspekt gestalte sich in Istanbul schwerer. In Deutschland unterstütze vor allem der Staat viele Projekte.

Ein Künstler könne sich an verschiedene Stellen wenden. In Istanbul sei das anders. Hier gebe es nur das Kultusministerium, das ein sehr geringes Budget habe, so Celik.

Celik ist optimistisch. Das werde sich bald ändern, denn Biennalen werden immer populärer, türkische Musik immer beliebter und die türkische Filmindustrie boomt. In einer Sache unterscheiden sich die Künstlerszenen beider Städte allerdings sehr. „Die Integrationsfrage ist in der Türkei kein Thema“, erklärt die Vizedekanin. Hier werde anders über Türken in Deutschland gesprochen. Primär gehe es um Schwierigkeiten der ersten Generation: schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie Geldnot. Auf der anderen Seite kritisiere in erster Linie die türkische Elite die mangelnde Integration von Türken in Deutschland. Celik betont, bei diesem Projekt sei das anders: „Wichtiger ist der Blick in die Zukunft. Das ist die Absicht, die wir mit diesem Festival verfolgen. Wie können wir besser in Dialog treten und die Verständigung fördern?“ Das seien die Fragen, die das Festival aufwerfen will.

In Berlin wollen die Veranstalter nicht nur die gebildete Elite erreichen. Prof. Dr. Klaus Siebenhaar sieht darin einen Vorteil gegenüber anderen Veranstaltungen dieser Art: „Wir haben versucht, den hochkulturellen Bereich zu verlassen. Von einem Boxer bis zu einem Bauchtänzer sind im Dokumentarfilm verschiedenste Persönlichkeit zu sehen.“ Der Schlüssel zu einer stärkeren Partizipation sei ein authentisches Programmangebot, so Siebenhaar.

http://www.youtube.com/watch?v=JN1hn2o57Rc

Merve Durmus

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