Angst vor PKK-Anschlägen: Im Südosten der Türkei bleiben die Touristen aus

Das türkische Militär kämpft derzeit verstärkt mit Luftangriffen gegen die Terrororganisation PKK. Fast täglich erfolgen neue Anschläge und die Zahl der Toten steigt. Nur noch wenige Touristen trauen sich in den Südosten der Türkei.

Am Dienstag begann das muslimische Ramadanfest. Das bedeutet für die meisten in der Türkei eine Ferienzeit von neun Tagen. Viele Familien reisen in den Ramadanferien in den Südosten der Türkei. Doch die PKK-Angriffe mehren sich seit einigen Monaten und seit August schlägt auch das türkische Militär zurück. Von den Ereignissen ist nun auch die Wirtschaft der Region betroffen.

Unzählige Touren mussten abgesagt werden, erklärten Reiseveranstalter gegenüber der „Hürriyet Daily News“. Normalerweise sind historische Städte wie Mardin im Südosten der Türkei ein beliebtes Ausflugsziel bei Einheimischen und Ausländern. Kenan Gökce von Jolly Tour sagt, er habe im Sommer 2010 fast 2.000 Personen in die Region gebracht, 2011 sollen es gerade einmal 60 gewesen sein.

Nur Journalisten reisen in den Südosten der Türkei

Ein Mitarbeiter des Diyarbakir-Büros der türkischen Eisenbahn TCDD, der anonym bleiben will, bestätigte ebenfalls, dass viele Fahrten in die Region abgesagt werden. Die einzigen Zugreisenden dieser Tage seien Journalisten, so der anonyme Mitarbeiter.

Obwohl sich viele Reiseveranstalter ihre Routen von Sicherheitsfirmen als sicher und abseits der gefährdeten Regionen einstufen ließen, bleiben Touristen aus. Hotels sollen große Verluste erleiden, so Gökce. Ein Hotel mit 70 Zimmern verliere allein durch die Stornierungen um die 10.000 türkische Lira pro Tag (ca. 4000 Euro). Während der Ramadanferien seien das insgesamt 90.000 Lira Verlust, die die Hotelbesitzer hinnehmen müssten, meint Gökce.

Nazli Karaboya von Arnika Tours kann die Touristen verstehen: „Wäre ich ein Tourist, würde ich auch nicht dorthin reisen.“ Das Unternehmen ist in Canakkale im Westen der Türkei ansässig und organisiert Reisen in verschiedene Gebiete. Auch Arnika Tours bietet keine Reisen in die Region mehr an: „Es ist einfach keine Nachfrage da“, so Karaboya weiter.

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