Gaddafis Zeit ist abgelaufen: Rebellen geben ihm eine Woche

Die libyschen Rebellen sind zuversichtlich, dass die Herrschaft Muammar al-Gaddafis über seine noch verbliebenen Anhänger so gut wie am Ende ist. Die Rebellen hatten jenen ein Ultimatum gestellt, sich bis Samstag zu ergeben.

„Ich denke, dieser Verbrecher und Mörder weiß, dass er nirgendwo hingehen kann“, sagt etwa Ali Tarhouni, Finanz-und Öl-Minister des Nationalen Übergangsrates (NTC). Er erwartet, dass die Zeit Gaddafis innerhalb der nächsten Woche um ist. „Ich habe kein Problem damit, noch eine Woche zu warten“, sagte er am Dienstag. „Ich habe 42 Jahre gewartet.“

Ultimatum der Rebellen bis Samstag nach Eid al-Fitr

Aber Gaddafis Verbleib ist noch immer unklar, elf Tage nachdem Rebellen die Hauptstadt Tripolis gestürmt haben. Die Rebellen hatten am Dienstag den verbliebenen Gaddafi-Anhängern im Land ein Ultimatum gesetzt, sich bis Samstag zu ergeben – sonst drohe nach dem Ramadanfest Eid al-Fitr eine große Entscheidungsschlacht. Dabei geht es vorrangig um Sirt, die Heimatstadt Gaddafis, aber auch andere Hochburgen.

Die Rebellen wollen nicht mit sich verhandeln lassen. Dass sich Gaddafis Söhne allerdings ergeben werden, gilt eher als unwahrscheinlich. Saadi Gaddafi etwa, einer der Söhne des Ex-Herrschers Gaddafi, hatte am Mittwoch dem CNN-Reporter Nic Robertson in einer E-Mail mitgeteilt: „Da sie nicht verhandeln wollen, glaube ich nicht, dass ich zu ihnen gehen und mich ergeben werde“, „Sie haben bereits Tausende von Menschen getötet und das Land vernichtet. Ich würde mich lieber einer echten Regierung ergeben als …, diesen Jungs.“

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Derweil breitet sich eine humanitäre Krise weiter in der Hauptstadt Tripolis aus. Sechzig Prozent von Tripolis seien ohne Wasser oder sanitäre Einrichtungen, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Dienstag. Ban sagte, er hoffe darauf, „so schnell wie möglich“ UN-Personal vor Ort haben. Anscheinend haben Gaddafi-Anhänger die Wasser-Pumpstationen geschlossen, als sie aus der Hauptstadt flohen, weshalb die Wasserversorgung gestört sei. Aufgrund der ungewissen Sicherheitslage konnten die Anlagen bislang nicht wieder hergestellt werden.

Ist Gaddafi in Sabha?

Während die Rebellen weiter auf der Suche nach Muammar al-Gaddafi sind, ging ein Hinweis von Abdu Salam Ataher-Ali, einem 17-Jährigen ein, der gegenüber „Sky News“ erwähnte, er habe den Ex-Herrscher Gaddafi am Freitag noch in Tripolis gemeinsam mit dessen Sohn Khamis gesehen. Der Teenager sagte, er habe in der vergangenen Zeit als Wächter für Khamis al-Gaddafi gearbeitet. Während des Besuchs sei auch Gaddafis Tochter Aisha hinzugestoßen, worauf sie und ihr Vater in einem Konvoi von Fahrzeugen davon gefahren seien. Auf Nachfrage des Jungen gegenüber einem hochrangigen Soldaten, wohin die Reise Gaddafis gehe, habe dieser geantwortet: „Nach Sabha“. Sabha ist eine Stadt im Südwesten Libyens und eine der Hochburgen der Gaddafi-Anhänger.

Khamis al-Gaddafi sei dann in einem gepanzerten Toyota Land Cruiser in Richtung der Stadt Bani Walid davon gefahren, eine Stadt im Norden Libyens im Bezirk Misrata. Ein gepanzerter Land Cruiser war später unter den Fahrzeugen, die durch NATO-Bomben zerstört wurden entlang der Straße nach Norden. Es war nicht klar, ob Khamis bei diesem Angriff ums Leben kam, obwohl Einwohner in Tripolis die Meldung feierten, das er tot sei. Ein Kommandant der Rebellen hatte geäußert, dass Khamis al-Gaddafi begraben worden sei.

Vertreter aus über 60 Ländern und Organisationen treffen sich am Donnerstag in Paris mit dem Nationalen Übergangsrat, um über die Pläne der Rebellen für ein neues Libyen zu beraten. Der NTC hat angedeutet, dass er innerhalb von 18 Monaten demokratische Wahlen abhalten wolle.

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