Massentötung in Syrien: Erste Getreue rücken von Assad ab

Syriens Generalstaatsanwalt ist zurückgetreten, nachdem er Zeuge einer Massenerschießung von 72 Gefangenen an einem Tag in der Stadt Hama wurde und protestiert damit gegen die anhaltende brutale Gewalt des Machthabers Al-Assad. Seinen Rücktritt gab er in einem Video-Statement am Mittwochabend im Internet bekannt.

Im Video erklärt Adnan Bakkour, einer der führenden Juristen Syriens, er sei wegen des „al-Assad-Regimes und seiner Bande“ zurücktreten.

Die staatliche Nachrichtenagentur hatte am Montag berichtet, Bakkour sei von bewaffneten Rebellen im Dorf Karnaz entführt worden, als er auf seinem Weg zur Arbeit in der Innenstadt von Hama war.

Über 400 Leichen in öffentlichen Parks beerdigt

Bakkour teilt in dem Video mit, dass er der Tötung von 72 Häftlingen, einschließlich friedlicher Demonstranten, im zentralen Gefängnis von Hama am 31. Juli beigewohnt habe. 420 Leichen seien in Massengräbern in öffentlichen Parks begraben worden, 10.000 friedliche Demonstranten würden in Gefängnissen festgehalten und 320 Häftlinge seien gestorben, nachdem sie gefoltert wurden.

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Des Weiteren wirft er Anhängern des Präsidenten Bashar al-Assad vor, Menschen lebendig begraben zu haben, indem Häuser in Hama zerstört wurden, in denen sich noch Personen aufhielten. „Kriminelle“ hätten außerdem unbewaffnete Demonstranten einfach erschossen.

360 tote Zivilisten im Ramadan – auch 25 Kinder und 14 Frauen

Die syrische Menschenrechtsorganisation hatte am Mittwoch angegeben, dass 473 Syrer während der Proteste gegen das Assad-Regime während des muslimischen Fastenmonats Ramadan getötet worden seien – darunter 360 Zivilisten einschließlich 25 Kindern und 14 Frauen. 113 Tote hätten allerdings Regierungstruppen angehört.

Insgesamt wurden von Präsident Bashar al-Assad mehr als 2.200 Syrer seit dem Beginn der brutalen Niederschlagung der Demonstrationen im März getötet, dessen Familie seit 40 Jahren das Land regiert.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy nannte die Aktionen Assads am Mittwoch „irreparabel“ und teilte französischen Diplomaten mit, dass Frankreich alles „legal“ in seiner Macht stehende tun werde, um für einen Sieg der prodemokratischen Bewegung zu sorgen.

http://www.youtube.com/watch?v=qdTmnlJLBM4

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