Öl: Türkei droht Zypern mit Marine

Der türkische Europaminister und Chefunterhändler Egemen Bagis hat den griechischen Teil Zyperns im Gespräch mit der türkischen Zeitung "Zaman" davor gewarnt Kriegsschiffe einzusetzen, falls die Regierung bei ihrer Suche nach Öl in türkische Hoheitsgewässer eindringe.

Ab 1. Oktober will Zypern im Mittelmeer nach weiteren Öl-Vorkommen suchen. Die Türkei beobachtet das Vorhaben ihrerseits mit Argusaugen. Schon einmal sandte das Land Marineschiffe in die fraglichen Gebiete aus.

Die Türkei will sich auf Inernationales Recht berufen

Ein Schritt, den auch Bağış nach wie vor für legitim hält: „Dafür haben wir die Marine schließlich.“ Dafür werde sie ausgebildet und auch ausgestattet. Das jüngste Vorhaben der griechisch-zypriotischen Regierung kommentiert er wie folgt: „Die Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind, und zwar jedes Mal, wenn die griechischen Zyprioten solche Versuche unternommen haben, werden wahrscheinlich auch diesmal geschehen. Das zeigt, wie ernst der Türkei diese Angelegenheit ist.“ In Gewässern nach Öl zu suchen, in denen sie keine Gerichtsbarkeit hätten, sei seiner Ansicht nach schlicht „illegal“. Hier werde sich die Türkei auf Internationales Recht berufen, um seine Rechte in vollem Umfang durchzusetzen. Alle Möglichkeiten würden nun auf dem Tisch liegen. Alles könne passieren.

Bereits 2007 liefen Marineschiffe der Türkei aus

Bereits im Sommer 2007 kam es in dieser Angelegenheit zu einem Säbelrasseln. Damals wollte die Republik Zypern Gas- und Ölvorkommen vor der Küste nutzen. 2006 wurde bereits mit der Suche begonnen. Eine norwegische Firma hatte damals Ölreserven im Wert von 400 Mrd. US-Dollar im Meer um Zypern festgestellt. Doch der türkisch besetzte Teil der Insel und die Türkei selbst wollten seinerzeit ebenfalls von diesem „lockenden“ Reichtum profitieren. Darauf hin zeigte die Regierung in Ankara militärische Präsenz.

Ähnliche Konflikte gab es in den 80er und 90er Jahren auch zwischen der Türkei und Griechenland. Im Konflikt vor vier Jahren schlug sich die EU auf die Seite Zyperns. Mahnte aber beide Seiten zur Zurückhaltung an.

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