Wirbel um Arda Turan: Er widmet sein Tor „türkischen Märtyrern“

Der Konflikt um den Terror in der Türkei hat nun auch den Fußball erfasst. Arda Turan, Spieler der türkischen Fußballnationalmannschaft, hat sein Tor gegen Kasachstan allen "Märtyrern" der Türkei gewidmet und damit eine Kontroverse ausgelöst.

Es war die 97. Minute. Es stand 1:1-Untentschieden am Freitag in der Partie zwischen der Türkei und Kasachstan. Doch dann gab es noch einen Freistoß für die Türkei. Arda Turan schoß flach, der Ball wurde von der kasachischen Mauer abgefälscht und landete unhaltbar im Netz. Das Spiel endete 2:1 – eine Erlösung für die Nationalspieler, die durch den Sieg in der Tabelle Belgien überholt haben und damit auf Platz zwei hinter Deutschland liegen. Wollen sie an der EM 2012 in Polen und der Ukraine teilnehmen, müssen sie den Platz halten. Belgien hatte am gleichen Spieltag (Freitag) nur 1:1 gegen Aserbaidschan gespielt.

http://www.youtube.com/watch?v=xgHKHQdNXjI

Doch es gibt noch ein Nachspiel: Arda Turan hat mit seiner Äußerung, dass er sein Tor allen „Märtyrern“ der Türkei widmet, viel Wirbel ausgelöst.

„Ich schenke dieses Tor all den gepeinigten Söhnen der Republik Türkei. Ich schenke dieses Tor allen türkischen Söhnen“, sagte Arda Turan Reportern nach dem Spiel. Er bezog sich damit offenbar auf die Tötung von mehr als 40 türkischen Soldaten im vergangenen Monat durch die PKK. Zwischen 145 und 160 Terroristen sollen als Vergeltung während der Luft-und Artillerie-Angriffe gegen PKK-Ziele im Nordirak in den letzten Wochen getötet worden sein.

Arda Turan führte am Samstag seine Äußerungen gegenüber der Zeitung „Radikal“ weiter aus. Er sagte, er wolle einfach keine Toten mehr sehen. „Wir erhalten jeden Tag Nachricht von Toten. Es sind auch junge Menschen gestorben, die [von der PKK] verleitet wurden und in die Berge gingen [und ebenso starben wie] diejenigen, die militärische Uniformen tragen. Für wen oder was sterben sie? Wir wissen es nicht. Aber kein Grund rechtfertigt den Tod eines Menschen. Wir haben so lange auf diesem Land zusammengelebt. Und wir lebten in Frieden. Ich will nicht, dass irgendjemand stirbt. Das ist alles, was ich sagen will“, so Arda.

Ardas Bemerkungen erhielten viel Beifall von der pro-kurdischen BDP. Alper Taş, Gastredner der ÖDP auf dem Parteitag der BDP unterstützte Arda.

Währenddessen hat Arda allerdings seinen Ärger darüber kundgetan, dass seine Äußerungen missverstanden und verzerrt dargestellt werden: „Ich wollte mein Bedauern ausdrücken über den Tod, der jeden Tag in meinem Land stattfindet. Was mich verärgert ist, dass nicht mein Wunsch nach einem Ende des gegenseitigen Tötens hervorgehoben wurde, sondern dass meine Aussagen gegensätzlich ausgelegt wurden.“

Arda will nicht in eine politische Debatte hineingezogen werden: „Es sollte bekannt sein, dass ich ein Fußballer bin und meine Aufgabe ist es, auf dem Platz sprechen. Ich will nicht, dass meine Ausführungen, die ich mit guten Absichten geäußert habe, von der Politik missbraucht werden. Niemand sollte mich in diese Debatte hineinziehen.“

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.