Arda Turan: Sein Cousin wurde von der PKK entführt

Am Freitag widmete der türkische Fußballspieler Arda Turan sein Tor den "Märtyrern" der Türkei und löste damit Diskussionen aus. Er sprach bei einer anschließenden Erklärung von Gefallenen in seiner eigenen Familie. Sein Vater erklärt, um wen es sich dabei handelt.

Die BDP beanspruchte die Aussage von Arda Turan, er widme sein Tor gegen Kasachstan den „Märtyrern aller Völker in der türkischen Republik“, für sich. Darauf folgte eine breite Diskussion und Arda Turan wurde von den türkischen Medien heftig kritisiert, denn der BDP wird eine Nähe zur terroristischen Organisation PKK nachgesagt. Auch Arda versucht, seine Worte in einer Stellungnahme klarzustellen: „Mit Bedauern sehe ich, dass meine Worte falsch verstanden wurden. Als ein junger Türke, der sein Land liebt und in dessen Familie auch ein Märtyrer gefallen ist, wehre ich mich vehement dagegen, dass meine gut gemeinten Worte für die Politik instrumentalisiert werden.“

Wen er mit dem Märtyrer in seiner Familie meinte, ließ er offen. Sein Vater Adnan Turan erklärte anschließende der Zeitung „Vatan“ gegenüber, dass auch seine Familie vom Terror in der Türkei betroffen gewesen sei. Obwohl er nicht über die Diskussionen der letzten Tage mit Arda gesprochen habe, sei er sich sicher, sein Sohn habe nur die gepeinigten Familien gemeint. Seine Worte „allen Völkern“ seien von der BDP instrumentalisiert worden: „Im Land gibt es Lazen, Tscherkesen, Jugoslawen, aber die haben das auf sich bezogen. Alles, was Arda sagt, wird aufgebauscht. Hätte er doch einfach nur ‚Märtyrer Familien‘ gesagt.“

Seit zwölf Jahren fehlt von Ardas Cousin jede Spur

Auch Ardas Familie musste eine bittere Erfahrung machen. Ardas Cousin war in der Provinz Van Lehrer, erklärte Adnan Turan. Er und seine Familie seien 1999 von kurdischen Terroristen entführt worden. „Sein einjähriges Kind und seine Frau wurden frei gelassen. Von meinem Neffen fehlt bis heute jede Spur“, so Adnan Turan weiter.

Im Türkischen sind „Märtyrer“ nicht nur diejenigen, die für ihre Religion umkommen. Als „Märtyrer“ werden all jene bezeichnet, die bei einer Tätigkeit für das Gemeinwesen getötet werden, beispielsweise Polizisten, Feuerwehrmänner, Lehrer oder auch Soldaten, sowie alle, die durch terroristische Angriffe ums Leben kommen. Die Trauer der „Märtyrer Familien“ wird als besonders groß angesehen, denn bei PKK-Angriffen kommen meist sehr junge Männer zwischen 17 und 20 Jahren um, die ihren Wehrdienst im Osten der Türkei leisten.

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