Erdogan: Israel ist ein „verwöhnter Junge“ der UN

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich zu dem UN-Bericht zur Gaza-Flottille geäußert. Er nennt Israel einen "verwöhnten Jungen" der UN und kündigt weitere Sanktionen an.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte am Dienstag erneut seine Haltung gegenüber Israel. Nach einer Feier der türkischen Handelskammer nahm er Stellung zum UN-Bericht und äußerte sich zum Verhältnis zwischen Israel und der Türkei. Dieses werde sich in nächster Zeit auch nicht entspannen und es werden weitere Sanktionen folgen: „Ab morgen werden wir die handels- und verteidigungspolitischen sowie die militärischen Beziehungen zu Israel vollständig einfrieren.“

Die israelische Reaktion auf die Gaza-Hilfsflotte sei Staatsterror gewesen, so Erdogan. Die Türkei verteidige mit ihrer Haltung die Rechte der neun Aktivisten, die bei dem Angriff auf die „Mavi Marmara“ ums Leben kamen. Eine der Forderung der Türkei sei eine Entschuldigung Israels gewesen, außerdem eine Entschädigung und die Aufhebung der Gaza-Blockade, erklärte Erdogan den anwesenden Jornalisten. In einigen Punkten habe Israel erste Schritte unternommen. Anders bei der Entschuldigung, hier sei zuletzt von einem Zeitraum von sechs Monaten die Rede gewesen, meint der türkische Ministerpräsident.

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Erdogan kenne diese Haltung Israels bereits: „Entscheidungen der UN gegenüber hat sich Israel immer wie ein verwöhnter Junge benommen. Sie dachten, sie könnten sich auch weiterhin so verhalten.“ Die Türkei werde das nicht hinnehmen, betonte Erdogan.

Türkei entsendet Schiffe ins Mittelmeer

Das östliche Mittelmeer sei keine unbekannte Region für die Türkei. Südliche Städte der Türkei wie Aksaz und Iskenderun seien in der Lage und haben, laut Erdogan, auch das Recht hier die Rolle eines Aufsehers einzunehmen. In nächster Zeit werde man in diesen Gewässern verstärkt türkische Schiffe sehen. Was die genaue Aufgabe dieser Schiffe sein werde, erklärte Erdogan nicht.

In der nächsten Zeit plane Erdogan außerdem einen Besuch in Gaza. Doch zunächst reise er nach Ägypten, erst dann könne er klare Aussagen zu einem Gazabesuch machen.

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