Erdogan: Israel hält sich nicht an Abmachungen

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigt Israel, seinen Verpflichtungen bezüglich Verteidigungsabkommen nicht gerecht zu werden. Wie er sagte, habe Israel Drohnen nicht zurückgegeben, welche die Türkei gekauft und zur Wartung an Israel gegeben hatte.

„Israel verhält sich nicht loyal zu bilateralen Abkommen in der Rüstungsindustrie“, sagte Erdogan gegenüber Reportern, berichtet „Zaman“. „Es kann immer Schwierigkeiten und Probleme mit einem anderen Land geben, so etwas kann passieren, aber es gibt einen internationalen Ethikcode bei geschäftlichen Abkommen, der bestätigt werden muss“, sagte er.

Seit einem israelischen Angriff auf die Gaza-Flottille „Mavi Marmara“ im Mai vergangenen Jahres, bei dem neun Menschen getötet wurden, bestehen erhebliche Spannungen zwischen beiden Ländern. Zugespitzt hatten diese sich in der vergangenen Woche, als ein UN-Bericht, der die Vorfälle untersucht hat, die harte Reaktion der Israelis zwar als „unangemessen“ beurteilt, in der Sache aber gerechtfertigt hatte. Daraufhin hatte die Türkei seinen Botschafter aus Israel abgezogen. Die Türkei wartet noch immer auf eine Entschuldigung, die Israel bislang verweigert hat.

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Erdogan hatte am Dienstag angekündigt, dass mehr Sanktionen verhängt werden könnten und dass die Handelsbeziehungen ebenfalls auf Eis gelegt würden. Am Mittwoch dann betonte Erdogan, der Türkei sei es egal, ob die Türkei dabei finanziellen Schaden nehmen könnte, da der Nationalstolz auf dem Spiel stehe. „Die Kosten könnten 15 oder 150 Millionen Dollar betragen. Wir als Türken wollen nicht von dieser Sache belästigt werden. Was wichtig für uns ist, dass wir nicht zulassen, daß jemand unseren Stolz mit Füßen tritt“, sagte er.

Zu den Schikanen der türkischen Touristen in Israel sagte er, dies sei ein „vorübergehendes“ Problem, fügte aber hinzu, dass die israelische Behandlung der Türken „Israels Charakter“ enthülle.

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