Türkische Opposition fordert von Erdoğan mehr EU-Engagement

CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu hat sich mit einer Reihe kritischer Anmerkungen zur Außen- und Innenpolitik gegen die türkische Regierung gewandt. Der Oppositionsführer wirft der AKP "Versagen" vor.

Kılıçdaroğlu sprach am vergangenen Donnerstag auf dem CHP-Parteitag in İzmir. Seit neun Jahren, seit die AKP am Zepter sei, wäre die Türkei der Verlierer, was nationale Projekte angehe. Und noch schlimmer: Nicht eins von zehn Kapiteln im EU-Beitrittsprozess sei eröffnet worden. Falls die AKP mit dieser Art Politik fortfahre, dann werde die Türkei vielleicht in 100 Jahren der Europäischen Union beitreten, so der CHP-Chef.

Kılıçdaroğlu: „Die Regierung ist eine ‚lahme Ente'“

Und weiter: „Sie haben über eine armenische Initiative gesprochen. Wir haben uns jedoch immer weiter von Armenien entfernt. Wir haben Azerbaidschan verloren. Sie sagen, dass sie gegen eine Intervention in Libyen sind. Bereits nach einer Woche brachen sie ihr Wort. Das Land hat sich zu einem Meer aus Blut verwandelt und die Regierung interessiert es nicht. Die Türkei schrammt jede Woche an einem Krieg mit einem anderen Land vorbei und auch das interessiert die Regierung nicht. Die Regierung ist eine ‚lahme Ente'“, urteilt Kılıçdaroğlu.

Gegenüber seinen Parteimitgliedern beteuerte er, dass mit den Kommunalwahlen im Jahr 2013 die Regentschaft der AKP zu Ende und die Zeit der CHP gekommen sei. Erst vor kurzem tadelte Kılıçdaroğlu die AKP auch für ihre Außenpolitik. Am Mittwoch kritisierte er die Politik der Regierung gegenüber Israel, indem er darauf hinwies, dass der UN-Bericht die Blockade des Gazastreifens durch Israels als legitim bezeichnete. Die Türkei hätte sich darüber hinweg gesetzt und diese Blockade versucht zu untergraben.

Erdoğan bezeichnet Kılıçdaroğlu als „Anwalt Israels“

Auch Kılıçdaroğlu bezeichnete die Blockade als „hart und ungerecht“, gleichzeitig wies er jedoch darauf hin, dass der am Freitag veröffentlichte Report Israel die Möglichkeit gegeben hätte sich selbst gegenüber der Internationalen Gemeinschaft zu legitimeren. Premierminister Recep Tayyip Erdoğan hat mittlerweile auf die Kritik reagiert. Er beschuldigte ihn sich wie ein „Anwalt Israels“ zu verhalten.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.