Türkische Wirtschaft noch immer wenig wettbewerbsfähig

Die türkische Wirtschaft zählt derzeit zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit. In Sachen Wettbewerbsfähigkeit hinkt sie aber noch immer hinterher. Das stellt jetzt ein verbindlicher Bericht des World Economic Forums fest.

In der so genannten „Global Competitiveness List“ des WEF konnten die Schwellenländer ihr Wachsum noch einmal steigern, während sich der Verfall der USA weiter ausprägte. Die Türkei, die unter den Top 20 der Volkswirtschaften der Welt rangiert, lieferte, laut dem am vergangenen Mittwoch vorgestellten Bericht, jedoch erneut eine enttäuschende Performance ab.

Zum zweiten Mal in Folge wurde die 142 Staaten umfassende Liste von der Schweiz angeführt. Singapur konnte einen Platz zulegen und liegt nun hinter den Eidgenossen auf Rang zwei, gefolgt von Schweden und Finnland. Die Vereinigten Staaten kamen auf den fünften Platz. Im Vergleich zum Vorjahr mussten sie eine Position einbüßen. Der Aufstieg der Schwellenländer, insbesondere in Asien, war innerhalb der Auflistung deutlich erkennbar. Nichtsdestotrotz wurden die Top 20 weiterhin von westlichen Nationen dominiert. Aber auch hier fanden sich bereits fünf aufstrebende Staaten. Ganz oben war man dann wieder unter sich: Die Top 10 wurden von den Volkswirtschaften Westeuropas angeführt.

Schlechtes Ranking konträr zu hochdynamischer Wirtschaft

Die Türkei schaffte es, trotz der Heraufstufung um zwei Plätze, nur auf Rang 59. Sie wurden von den Volkswirtschaften Omans, Puerto Ricos, Tunesiens Sri Lankas, Azerbaidschans und Sloweniens überholt. Diese Einordnung der Türkei steht allerdings im krassen Gegensatz zu einer hochdynamischen Wirtschaft mit einem Wert von gut 750 Milliarden US-Dollar, einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 10,400 US-Dollar und einem 1.29 prozentigem Anteil am weltweiten Handel.

„Wir haben einige Fortschritte zu verzeichnen“, so WEF Ökonom Margareta Drzeniek in einem Interview mit der Hürriyet Daily News. Immerhin sei die Türkei im Jahr 2008 noch auf Platz 63 gewesen. Zur selben Zeit lieferten die so genannten BRICS-Staaten, Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, eine eher gemischte Leistung ab. Russland zum Beispiel zog von 51. auf den 66., Brasilien stieg von Rang 64 auf den 53., Indien hingegen fiel vom 50. auf den 56. und Südafrika von Platz 45 auf 50.

WEF sieht Probleme bei Steuern, Bürokratie und Qualifikation

Im Durchschnitt konnten die Schwellenländer in den vergangenen fünf Jahren gegenüber den westlichen Volkswirtschaften einen guten Aufholprozess in Sachen Wettbewerbsfähigkeit einlegen. Diese sei, so Drzeniek, ein entscheidener Faktor, was das künftige Wachstum einer Nation anbelange. Konkrete deute sie darauf hin, wie sich die wirtschaftliche Entwicklung des Landes in den nächsten Jahren fortsetze werde.

Die beste Performance erzielte die Türkei in der Unterkategorie „market size“. Hier erreichte sie Rang 17 der wettbewerbsfähigsten Staaten in diesem Gebiet. Am schlechtesten schnitt sie in der Kategorie „the effectiveness of the labor force“ ab. Hier schaffte es die Türkei auf einen düsteren 133. Platz.  Laut WEF gehört zu den drängendsten Problemen des Landes zu hohe Steuern, Bürokratie, die Abgabenordnung und die Qualifikation der Arbeitskräfte.

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