Neue Religionsbücher: Türkische Schüler werden mit Aleviten vertraut gemacht

Zum neuen Schuljahr 2011/2012 wird in den türkischen Religionsbüchern das Alevitentum behandelt. Im Unterrichtsfach Religions- und Moralkunde wird den Schülern erstmals der Glauben der Aleviten und außerdem die schiitischen Strömungen der Imamiten sowie der Nausarier näher gebracht.

Am 19. September beginnt in der Türkei das neue Schuljahr. Alle Bücher der vierten bis zur letzten Klasse der Oberschule des Unterrichtsfachs Religions- und Moralkunde (trk: Din Kültürü ve Ahlak Bilgisi) wurden überarbeitet. Die alevitische Gemeinde störte es schon lange, dass der Religionsunterricht fast ausschließlich den sunnitischen Islam behandelt. Schätzungen zufolge gibt es allein in der Türkei ungefähr sechs bis zwölf Millionen Aleviten. Die neuen Bücher und der neue Rahmenplan behandeln nun außer dem Alevitentum auch die schiitischen Strömungen der Imamiten und der Nusairier.

Neue Lehrpläne sollen über religiöse Minderheiten aufklären

2009 hatte die regierende AKP eine Initiative gegründet, die sich mit den Problemen der türkischen Aleviten beschäftigen sollte. Faruk Celik, der Minister für Arbeit und Soziales, erklärte, in verschiedenen Workshops mit Vertretern der Aleviten, Journalisten, Politikern und Theologen sei man zu dem Schluss gekommen, dass sich viele mit dem Glauben der Aleviten nicht auskennen und falsche Informationen über die religiöse Minderheit hätten. Dem soll mit den neuen Lehrplänen entgegengewirkt werden.

Alevitische Gelehrte nahmen an der Ausarbeitung der neuen Lehrbücher teil. Der Vorsitzende der World Ehl-i Beyt Foundation Fermani Altun begrüßte die neuen Inhalte des Religionsunterrichts: „Zum ersten Mal wird das Alevitentum in der Türkei so detailliert erklärt.“ Auf diese Weise könne das Unwissen bezüglich des Alevitentums behoben werden, ergänzt Altun. Der World Ehl-i Beyt Foundation gehören 126 Alevitenorden an.

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