Demonstranten stürmen israelische Botschaft in Kairo

Demonstranten sind in der Nacht in das Botschaftsgebäude Israels in Ägyptens Hauptstadt Kairo eingebrochen. Die seit der Tötung von fünf ägyptischen Grenzpolizisten vor einigen Wochen anhaltenden antiisraelischen Stimmungen eskalierten damit erstmals. Tausende Dokumente wurden aus dem Fenster geworfen.

Die Demonstranten hatten eine Schutzmauer vor dem Gebäude eingerissen und sich so Zutritt zu den konsularischen Vertretungen verschafft. Die Sicherheitskräfte feuerten Tränengas auf die Demonstranten, die Steine ​​und Molotowcocktails auf die Polizei Fahrzeuge warfen. Etwa 400 Menschen sollen laut ägyptischen Medien bei den Unruhen verletzt worden sein. Israels Botschafter Yitzhak Levanon wurde aus Ägypten ausgeflogen.

US-Präsident Barack Obama forderte Ägypten auf, die Botschaft zu schützen, nachdem Israel Washington um Hilfe gebeten hatte. Hunderte von Demonstranten verharrten in der Nähe der Botschaft, auf der Straße liegen brennenden Reifen. Die Polizei versuchte die Demonstranten mit Schüssen in die Luft zu zerstreuen.

Die Unruhen begannen nach dem Freitagsgebet, als Tausende auf Kairos Tahrir-Platz zusammenkamen. Später marschierten Hunderte zur israelischen Botschaft. Nachdem sie die Schutzmauer zerstört und sich Zutritt verschafft hatten, warfen sie Tausende Dokumente aus dem Fenster.

Vor der Botschaft hatte es seit dem Tod von fünf ägyptischen Polizisten am 18. August Proteste gegeben. Die Polizisten waren bei der Suche israelischer Streitkräfte nach den mutmaßlichen palästinensischen Extremisten getötet worden, welche kurz zuvor ein Attentat auf einen Reisebus verübt hatten. Bei dem Vorfall in der Nähe des israelischen Ferienorts Eilat am Roten Meer waren acht Menschen ums Leben gekommen und mehr als 30 verletzt worden. Bei der Verfolgungsjagd auf die Angreifer war es offenbar zu einem Feuergefecht an der ägyptischen Grenze gekommen, dem auch die fünf ägyptischen Grenzbeamten zum Opfer fielen. In der Nacht darauf waren damals bereits israelische Fahnen verbrannt und die Ausweisung des israelischen Botschafters gefordert worden.

Kairo hatte den Tod der Polizisten als „inakzeptabel“ bezeichnet. Israel hatte den Vorfall bedauert und sich entschuldigt.

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