Spekulationen: Steht die Griechenland-Pleite unmittelbar bevor?

Nicht wenige Anzeichen deuten im Augenblick auf eine möglicherweise bald bevorstehende Griechenland-Pleite hin. Derweil erklärte auch der griechische Finanzminister am Samstag, der Abschwung falle vermutlich noch schlimmer aus als erwartet.

Griechenland hält einen noch stärkeren Einbruch der Wirtschaft für möglich als bislang angenommen. Wie Finanzminister Evangelos Venizelos  am Samstag in Thessaloniki vor Wirtschaftsvertretern erklärte, werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP)  in diesem Jahr um mehr als fünf Prozent sinken – statt wie bisher angenommen um 3,8 Prozent: „Die Rezession übertrifft alle Vorhersagen, auch die der Troika“, so Venizelos.

Bereits am Vortag hatten US-Medien von einer möglicherweise schon an diesem Wochenende bevorstehenden Pleite Griechenlands berichtet. Venizelos dementierte diese Gerüchte. Doch dagegen sprechen mehrere Anzeichen, wie Beobachter meinen (mehr hier): Erstens arbeiten deutsche Banken laut einer Insider-Information, die von „Bloomberg“ verbreitet wurde, angeblich schon fieberhaft an der Rettung der eigenen Banken im Fall des Zusammenbruchs in Griechenland. Zweitens rinnt den Griechen das aus den bisherigen Milliarden-Spenden der EU zugestandene Geld wie Sand durch die Finger, ohne dass eine erkennbare Besserung zu erkennen wäre. Nicht zuletzt sendet auch der Rücktritt des EZB-Chefvolkswirts Jürgen Starks am Freitag eher negative Zeichen in Richtung einer Griechenland-Rettung aus.

Neue Mittel aus der letzten Tranche des EU-Rettungsfonds sind für Griechenland zwar in Sichtweite, ob sie aber tatsächlich rechtzeitig ausgezahlt werden, steht momentan noch in den Sternen. Denn da Griechenland nach Ansicht von Kritikern seine Sparanstrengungen nicht diszipliniert genug verfolgt, regte sich zuletzt Widerstand gegen die Auszahlung der Hilfsgelder – auch in Deutschland. Hierzulande waren insbesondere von Finanzminister Wolfgang Schäuble scharfe Töne in Richtung der Griechen zu vernehmen, was, wie vermutet wird, ebenfalls ein Indiz dafür sein könne, dass man sich langsam gedanklich von Griechenland verabschiede. Mehrere europäische Staaten hadern offenbar ebenfalls noch mit der Zustimmung zur Auszahlung der nächsten Tranche. Bundeskanzlerin Merkel hatte bei einer parlamentarischen Probeabstimmung zur Ausweitung des Euro-Rettungsschirms in dieser Woche eine Schlappe hinnehmen müssen.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.