Jubel in Ägypten: Erdoğan als Star begrüßt

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan ist am Montagabend von Zehntausenden von Ägyptern auf dem Kairoer Flughafen begrüßt worden. Kairos Straßen waren in der gesamten Stadt mit Plakaten von Erdoğan dekoriert.

Mindestens 20.000 Ägypter empfingen nach Angaben eines „Zaman“-Reporters Erdogan am späten Montagabend auf dem Flughafen. Viele von ihnen hielten Plakate des Premiers in die Luft und skandierten Parolen.

In Istanbul hatte Erdogan vor seinem ersten Besuch in Ägypten seit der Revolution des Arabischen Frühlings im Land angekündigt, die Türkei sei bereit, Ägypten jede Art von Unterstützung in dieser kritischen und schwierigen Zeit zukommen zu lassen.

Erdoğan gilt als die beliebteste Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in der arabischen Welt. Durch seine kürzlichen zum Teil herausfordernden Postionen gegenüber Israel hatte er sein Ansehen in der arabischen Welt noch steigern können. Die Türkei ist bestrebt, ihren Einfluss im Nahen Osten und in der arabischen Welt zu erweitern. Im Anschluss an Ägypten beabsichtigt der türkische Premier, auch noch Tunesien und Libyen zu besuchen, zwei weitere Länder, in denen Volksaufstände ihre autokratischen Herrscher vertrieben haben.

Erdoğans Besuch in Ägypten fällt in die Zeit zunehmend schwieriger Beziehungen zwischen Kairo und Israel nach einem Angriff auf die israelische Botschaft. Israel befürchtet, dass es aufgrund der Veränderung der Machtverhältnisse durch den Arabischen Frühling in der Region zunehmend isoliert werden könnte. Seit dem Angriff Israels auf das türkische Hilfsschiff „Mavi-Marmara“ im Mai vergangenen Jahres und besonders seit der kürzlichen Veröffentlichung eines UN-Berichts zum Thema sind die Beziehungen mit dem ehemaligen Verbündeten Türkei ebenfalls äußerst angespannt.

Rede am Dienstag vor der Arabischen Liga

Eine vorab vereinbarte Rede Erdoğans in Kairo auf dem historischen Tahrir-Platz, dem Brennpunkt der ägyptischen Revolution in diesem Jahr, wurde abgesagt, um Provokationen zu vermeiden und Ägyptens Zukunft nicht unnötig zu gefährden, wie Erdogan meinte. Stattdessen will Erdogan am Dienstag vor der Arabischen Liga eine Rede halten. Diese werde von allen „Ägyptischen Brüdern“ und der ganzen Welt gehört werden, sagte er.

In Ägypten beabsichtigt Erdogan, eine Vereinbarung in Richtung einer engeren „strategischen Partnerschaft“ zu unterzeichnen sowie Angebote zur Zusammenarbeit, Investitionen und Handel zu unterbreiten.

Erdoğan hatte ursprünglich gehofft, den Gazastreifen von Ägypten aus zu überqueren, aber Regierungsvertreter hatten ihm am Sonntag von diesem Plan abgeraten. Erdogans Besuch bleibt so auf die drei Länder Ägypten, Tunesien und Libyen beschränkt. Erdoğan reist am Mittwoch nach Tunesien und am Donnerstag nach Libyen.

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