Eklat bei Ringer-WM: Iraner wollen nicht gegen Israelis kämpfen

Erst am vergangenen Montag wurde die Ringer-Weltmeisterschaft in Istanbul feierlich eröffnet. Und bereits am ersten Tag gab es zwei mehr als unangenehme Zwischenfälle.

Der politische Konflikt zwischen dem Iran und Israel hat nun auch die Sportwelt erreicht. Die beiden iranischen Ringer Mohsen Hajipour und Ghasem Rezaei weigerten sich gegen ihre israelischen Herausforderer anzutreten.

Die Weigerung von Rezaei hatte nun zur Folge, dass der Sieg seinem Kontrahenten Robert Avanesya zugesprochen wurde.  Nachdem der Israeli im Jahr 2007 Bronze ergattern konnte, galt er in diesem Jahr eigentlich als Medaillenhoffnung. Der Israeli Avanesyan wartete geschlagene drei Minuten auf der Ringermatte. Als Rezaei darauf hin seinen Antritt zurückzog, wurde ihm der Sieg des Duells zugesprochen.

Der zweite Iraner, Mohsen Hajipour, verlor vorsätzlich gegen seinen moldawischen Herausforderer Donir Islamov, um in der nächsten Runde nicht gegen einen Israeli antreten zu müssen.

Frank Stäbler sichert sich Ticket für London 2012

Wesentlich erfolgreicher zeigte sich unterdessen ein deutscher Athlet. WM-Debütant Frank Stäbler hat sich gleich zum Auftakt der Weltmeisterschaft als Fünfter im griechisch-römischen Stil ( bis 66 Kilogramm) das erste Olympia-Ticket der deutschen Ringermannschaft für die Olympischen Spiele in London 2012 erkämpft.

Die Wettkämpfe stoßen in der Türkei auf breites Interesse. Gilt Ringen doch gleich hinter Fußball als ausgewiesener Nationalsport. So sollen ersten Tag der Titelkämpfe bereits rund 7000 Zuschauer in die „Sinan Erdem Spor Arena“ gekommen sein. Für das kommende Wochenende werden noch einmal deutlich mehr Gäste erwartet. Von der mitreißenden Atmosphäre, insgesamt werden 858 Ringer aus 105 Ländern teilnehmen, zeigte sich auch der 22-jährige Frank Stäbler begeistert: „Viele Türken, Leute, die ich gar nicht kenne, haben mir anerkennend auf die Schulter geklopft.“

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Ringer-WM in Istanbul: Auch Israel nimmt teil

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