Somalia: Türkische Entwicklungshelfer kurzzeitig festgenommen

Somalische Sicherheitskräfte haben am Dienstag kurzzeitig zwei türkische Entwicklungshelfer verhaftet, nachdem diese Lebensmittel an Bedürftige geliefert hatten. Das fragliche Gebiet in der Nähe der Hauptstadt wird nach Angaben der hiesigen Behörden von Militanten kontrolliert.

Wie der somalische Koordinator für humanitäre Angelegenheiten erklärte, sollen die Helfer, darunter auch ein Katastrophenhelfer, der mit der İHH zusammenarbeitet, es versäumt haben, eine Erlaubnis einzuholen, um diejenigen islamistischen Militanten zu treffen, die versuchten die Regierung zu stürzen.

„Die beiden Entwicklungshelfer wurden verhaftet, weil sie nicht bereit waren mit unseren nationalen Sicherheitskräften zusammenzuarbeiten. Sie haben sich mit Leuten von al-Shabaab getroffen ohne eine Freigabe oder Genehmigung durch die Regierung erhalten zu haben“, so Mohamud Dahir Farah. Mittlerweile seien sie wieder freigelassen geworden. Ein hiesiger Helfer befände sich jedoch weiterhin in Haft. Daneben seien zwei somalische Fahrer festgenommen worden.

Nach Angaben eines Mitarbeiters des somalischen Geheimdienstes erfolgten die Freilassungen nach Gesprächen zwischen Präsident Sheikh Sharif Ahmed, dem türkischen Botschafter in Somalia und dem Geheimdienstchef des Horns von Afrika.

„KM 50“ wird von Militanten kontrolliert

„Solche Verhaftungen sind auf Grund der hier herrschenden Sicherheitslage normal. Sie haben sich für den Fehler entschuldigt“, erklärte mittlerweile ein nicht näher genannter İHH-Mitarbeiter. Die Gruppe wurde verhaftet, nachdem sie Lebensmittel und andere Hilfsgüter in ein Gebiet gut 50 Kilometer außerhalb von Mogadischu gebracht hatten. In dieser Gegend leben Tausende Somalis in rießigen Flüchtlingslagern. Das als „KM 50“ bekannte Gebiet wird von den der Al Qaida nahe stehenden Militanten kontrolliert.

Laut Murat Kacakadam, vom İHH, wollte die Gruppe auch Hilfsgüter in den von ihnen kontrollierten Hafen Kismayu schiffen. Es ist bisher der erste Versuch einer Hilfsorganisation diesen Hafen, der als einer der Haupteinnahmequellen der Gruppierung gilt, zu nutzen.

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