Tonband deckt Geheimgespräche zwischen Türkei und PKK auf

Am Dienstag sind im Internet Tonbandaufnahmen von Gesprächen zwischen dem türkischen Nachrichtendienst und Anführern der PKK aufgetaucht. Es soll nicht das erste Treffen dieser Art gewesen sein.

Bei dem geheimen Treffen in Oslo im April oder Mai 2010 sollen der Leiter des türkischen Nachrichtendienstes MIT Hakan Fidan, sein Stellvertreter Afet Günes und die PKK-Anführer Mustafa Karasu, Sabit Ok und Zübeyr Aydar anwesend gewesen sein.

Die „Oslo-Gespräche“ wurden zunächst von PKK-nahen Nachrichtenagenturen veröffentlicht. Kurz darauf löschten anonyme Hacker die Aufnahmen auf den Internetseiten. Der Aufzeichnung zufolge soll das Gespräch das vierte dieser Art in Oslo gewesen sein. Fidan stelle sich selbst als direkten Repräsentanten des Ministerpräsidenten vor, berichtet der türkische Nachrichtensender NTV. Außerdem erzähle Afet Günes von Nachrichten der PKK-Anführer, die der MIT dem inhaftierten Abdullah Öcalan übermittele. Inhalt des Gesprächs sei zudem der gute Gesundheitszustand des zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilen PKK-Anführers Öcalan gewesen.

Kemal Kilicdaroglu, Vorsitzender der CHP, ist empört über die geheimen Aufnahmen, hierbei gehe es nicht um irgendjemanden, sondern um den Leiter des nationalen Nachrichtendienstes. Er appellierte an Ministerpräsident Erdogan zu den Aufnahmen Stellung zu nehmen und zu erklären, wie es zu dem angeblich von ihm angeordneten Treffen kam.

Europaminister Egemen Bagis erklärte gegenüber dem Sender CNNTurk, er sei sich sicher, der Nachrichtendienst arbeite für den Frieden in der Türkei. Eine ausführliche Stellungnahme gab es nicht.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.