Besiktas vs. Maccabi: Polizei fürchtet Eskalation zwischen Türken und Israelis

Die türkische Polizei befürchtet, dass der Konflikt zwischen Israel und der Türkei auch auf den Fußball abfärben könnte. Am Tag des Aufeinandertreffens zwischen Beşiktaş und dem israelischen Klub Maccabi Tel Aviv in der Europa League appellieren Polizei sowie Vertreter von Besiktas vor allem an die türkischen Fans, ruhig zu bleiben.

Am heutigen Donnerstag kommt es inmitten der spannungsgeladenen Situation zwischen Israel und der Türkei zum Duell von Fußballteams beider Länder in Istanbul (19.00 Uhr MEZ)

Die türkische Regierung hat Maccabi garantiert, dass seine Sicherheit gewährleistet würde und Forderungen zurückgewiesen, das Spiel an einem neutralen Ort auszutragen, berichtet „Zaman“. Die israelische Team sei auf dem Istanbuler Atatürk-Flughafen am Mittwoch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen gelandet. Laut Berichten des TV-Senders „CNN-Türk“ sollen rund 5.000 Polizisten im Einsatz sein, um das Spiel zu überwachen und den Schutz der israelischen Spieler und Dutzenden von mitgereisten Fans sicherzustellen. Generell solle so vermieden werden, dass sich die Fans nahe kommen können, indem sie gänzlich von einander abgeschirmt werden.

Türkei will keine Wiederholung eines Spielabbruchs von 2009

Die Türkei wolle vor allem eine Wiederholung des europäischen Basketball-Spiels zwischen Bnei Hasharon und Turk Telekom im Jahr 2009 in Ankara verhindern. Die israelische Mannschaft musste damals in die Kabine flüchten, als Hunderte von türkischen „Fans“ diese aus Protest gegen die israelische Bodenoffensive in Gaza mit Schuhen und anderen Gegenständen beworfen hatten.

In einer Erklärung vom Mittwoch habe die Polizei bekannt gegeben, dass man hinsichtlich drohender Proteste – auch für eine mögliche Erstürmung des Platzes – bereits Maßnahmen ergriffen habe. Die Demonstranten würden sich unterdessen auf sozialen Netzwerken organisieren.

Gastfreundschaft für Israel und Angst vor Strafe der UEFA

Die Clubverantwortlichen von Beşiktaş riefen Fans auf, jene Gastfreundschaft gegenüber den Israelis zu beweisen, die so oft als ein charakteristisches Merkmal des türkischen Volkes angepriesen werde. Gleichzeitig warnten sie davor, dass der Verein ein Strafe von der UEFA für jede Art widerspenstigen Fanverhaltens erhalten könnte.

Israel weigert sich nach wie vor, sich für den Überfall auf das Hilfsschiff „Mavi Marmara“ im vergangenen Jahr zu entschuldigen, bei dem neun türkische Aktivisten getötet wurden. Mehrere israelische Diplomaten wurden aus der Türkei ausgewiesen, darunter der Botschafter. Die militärischen Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden gekappt und die Türkei hat angekündigt, künftige Hilfsschiffe von Kriegsschiffen eskortieren zu lassen. Israel hat seinen Überfall auf das Hilfsschiff damit verteidigt, dass sich die Soldaten gegen die Aktivisten nur gewehrt hätten, von denen sie angriffen worden seien, als sie an Bord kamen. Ministerpräsident Erdogan hatte den Überfall kürzlich als einen „Kriegsgrund“ bezeichnet.

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