Gül: Der Beitrag der türkischen Einwanderer wurde vergessen

Integration - das ist gemeinsame Ziel Deutschlands und der Türkei, meint der türkische Staatspräsident Abdullah Gül. An den Problemen der türkischen Migranten seien Deutschland und die Türkei gleichermaßen schuld.

Als die ersten türkischen Migranten nach Deutschland kamen, war Abdullah Gül elf Jahre alt. Aus seiner Heimatstadt Kayseri seien viele nach Deutschland ausgewandert. „Mit ihren schicken Krawatten und Mützen zogen die Gastarbeiter die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Sie waren immer Mittelpunkt der Stadtgespräche“, erinnert sich Gül an diese Zeit. „Die Gastarbeiter haben dazu beigetragen, dass die deutsche Wirtschaft eine der stärksten in Europa und der restlichen Welt wurde“, erzählt Gül in einem gemeinsamen Interview der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der türkischen Tageszeitung „Zaman“.

Er ist sich sicher, in dieser Zeit habe die türkische Bevölkerung in Deutschland dafür große Anerkennung erhalten. Nach dem Wirtschaftswunder sei dies allerdings in Vergessenheit geraten und es seien nur noch Probleme der Türken in Deutschland thematisiert worden, meint der 60-Jährige.

Integration als gemeinsames Ziel von Deutschland und der Türkei

Gül streitet die Probleme nicht ab. Die Gründe sieht er sowohl bei Deutschland, als auch bei der Türkei. Keines der Länder habe auf die Menschen, die meist aus Dörfern der Türkei stammten, wegweisend eingewirkt. Die Integration sei nun ein gemeinsames Ziel der Länder.

Die Demokratie sei ein Geschenk Europas an die Welt. Gerade deshalb überrasche es Gül, dass immer mehr Rechtsradikalität in Europa zu beobachten sei. Menschen wie Sarrazin gäbe es in jeder Gesellschaft, doch es sei wichtig diesen keine Anerkennung zu schenken. Islamophobie, Antisemitismus und Rassismus bezeichnete er im Interview als Krankheiten.

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