Erdogan fordert von Iran mehr Druck auf Syrien

Der türkische Premier Erdogan will, dass der Iran vom Assad-Regime in Syrien weiter abrückt. Für Ägypten sieht er eine gute Zukunft voraus - insofern die ersten freien Wahlen dort im November ordnungsgemäß ablaufen.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hat gegenüber Vertretern der Presse geäußert, es gebe keine signifikanten Spannungen zwischen der Türkei und dem Iran. Dennoch habe die Türkei Teheran bezüglich Syrien bei einer Reihe von Gelegenheiten gewarnt, dass der Iran die Bashar al-Assad-Regierung zu sehr verwöhne, berichtet „Zaman“.

Türkei und Iran gemeinsam gegen die PKK

„Wir haben darüber am Telefon mit Mahmud Ahmadinedschad gesprochen. Später schickte er [der Türkei] einen besonderen Vertreter. Wir sprachen auch mit ihm. Sie haben ihre Haltung [zu Syrien] geändert. Bald werde ich Hakan [Fidan, Staatssekretär des Nationalen Nachrichtendienstes (MIT)] entsenden. Ich werde höchstwahrscheinlich Gespräche mit Ahmadinedschad nach dem UN-Treffen führen“, habe Erdogan vor Journalisten während eines Fluges nach Libyen aus Kairo gesagt, wo er am Montag und Dienstag weilte.

Erdogan habe gesagt, es sei möglich, dass der Iran und die Türkei gegen die verbotene terroristische Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zusammen arbeiten würden, die sich in den Kandil-Bergen im Irak versteckt hält.

Ägypten: Das Wichtigste sind ordnungsgemäße Wahlen

Der türkische Ministerpräsident habe auch seine Ansichten über die Zukunft Ägyptens mitgeteilt. „Der erste Test der Demokratie in Ägypten werden die Parlamentswahlen im November sein. Wenn dieser Test erfolgreich abgeschlossen werden kann, könnten sie eine neue Verfassung ausarbeiten und Neuwahlen abhalten, um entweder einen Präsidenten zu wählen oder einen Ministerpräsidenten“, habe er gesagt. Das Wichtigste sei, dass die Wahlen überhaupt abgehalten werden. Dies zeige „die Macht des Tahrir-Platzes“. Doch habe Erdogan gleichzeitig gewarnt: „Wenn die Wahlen nicht ordnungsgemäß abgehalten werden, könnten weitere Proteste in Ägypten stattfinden“.

Missverständnis zum Thema Trennung von Kirche und Staat

Gleichzeitig habe Erdoğan eine Erklärung dafür geliefert, warum die Muslimbruderschaft über seine Worte in Kairo so verärgert waren, wo er den Ägyptern gesagt hatte, sie müssten „keine Angst vor dem Säkularismus“ haben. Er betonte erneut die Bedeutung der Trennung von Kirche und Staat, die auch in der türkischen Verfassung festgeschriebenen ist: „Meine Worte wurden wegen eines Übersetzungsfehlers missverstanden. Im Arabischen gibt es ein Wort für ‚Irreligiosität‘, und der Übersetzer hat das Wort für Säkularismus verwendet. Im Laizismus geht es aber nicht darum, Feind der Religion zu sein. Es bedeutet, dass der Staat den gleichen Abstand zu allen Religionen beibehält und als Hüter ihres Glaubens wirkt. Dies ist es, was wir meinen, wenn wir sagen, dass man keine Angst vor dem Säkularismus haben müsse.“

Die Person der Muslimbruderschaft, welche ihren Ärger über Erdoğan geäußert hatte, habe angeboten, eine neue Aussage bezüglich der Korrektur des Missverständnisses zu machen.

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