Tödliche Zusammenstöße bei Protesten im Jemen

Bei den schwersten Unruhen seit Monaten haben jemenitische Sicherheitskräfte am Abend das Feuer auf Demonstranten eröffnet. Dabei wurden mindestens 26 Menschen getötet.

Am Sonntagabend hatten sich auf den Straßen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa zehntausende Menschen versammelt und sich lautstark mit Protesten gegen die Regierung gewandt. Die Sicherheitskräfte des Präsidenten Ali Abdullah Saleh schossen daraufhin wahllos mit scharfer Munition in die Menge.

Rücktrittsforderungen an Präsident Ali Abdullah Saleh

Bei den Unruhen in der Nacht sollen laut Aussagen von Zeugen und Ärzten mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen sein. Mehr als 300 Menschen seien des Weiteren wegen Schussverletzungen behandelt worden, mindestens 25 von ihnen schweben angeblich noch in Lebensgefahr.

Die Demonstranten fordern den Rücktritt des Präsidenten Saleh. Nach Augenzeugenberichten sollen während der Nacht weiter Schüsse und Explosionen zu hören gewesen sein. Es sind die blutigsten Zusammenstöße im Jemen seit mehreren Monaten. Das jemenitische Verteidigungsministerium behauptet, die Demonstranten hätten Molotowcocktails auf die Sicherheitskräfte geworfen und die Unruhen somit selbst provoziert. In einer Stellungnahme auf der Website des Ministeriums wird außerdem mitgeteilt, nicht die Regierung, sondern eine islamistische Gruppe habe das Feuer auf die Demonstranten eröffnet.

Einsatz von Maschinengewehren

Die Demonstranten wiesen diese Version der Regierung von den Ereignissen zurück – die Kundgebung sei friedlich geführt worden. Die Sicherheitskräfte hätten das Feuer auf die Demonstranten eröffnet, nachdem jene ein Lager in Sanaa verlassen hätten und in Richtung Präsidentenpalast marschiert seien. Außerdem seien Tränengas und Wasserwerfer zum Einsatz gekommen. In einigen Augenzeugenberichten ist die Rede davon, dass mit Maschinengewehren und sogar Flugabwehrgeschützen auf die Menge geschossen wurde.

Manche Einheiten des Militärs sollen Berichten zufolge zur Opposition übergelaufen sein, was allerdings noch nicht bestätigt wurde.

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