BVB in der Krise: Gündogan reicht nicht an Sahin heran

Von der Leichtigkeit der vergangenen Saison ist bei Borussia Dortmund nicht mehr viel zu sehen. Hat der Weggang von Nuri Sahin eine tiefere Lücke gerissen, als zu erwarten war? Im Moment scheint es ganz danach auszusehen.

Borussia Dortmund ist denkbar schlecht in die Saison gestartet. Die dominierende Mannschaft der vergangenen Saison schwächelt. Der Weggang des genialen türkischen Mittelfeldstrategen Nuri Sahin zu Real Madrid konnte durch Ilkay Gündogan bislang nicht kompensiert werden.

Hat Gündogan das Vertrauen von Trainer Klopp?

Der als Sahin-Ersatz in der Sommerpause vom 1. FC Nürnberg gekommene Deutschtürke überzeugte bisher nicht. Bei der fast schon peinlichen 1:2 Heimniederlage der Borussen aus Dortmund gegen die Berliner Hertha war Gündogan gar zur Halbzeitpause ausgewechselt worden, obwohl Trainer Klopp noch wenige Tage vor diesem Spiel Gündogan faktisch zum Defensiv-Chef erklärt hatte: „Ilkay kann das. Er muss unser Spiel in den entscheidenden Phasen verlagern und lenken.“ Sicherlich gibt es wenig an der Strategie von Klopp zu bemängeln. Aber vielleicht war dies nicht ganz das richtige Vertrauenssignal des Erfolgstrainers an seinen jungen Spieler.

Schlechtester Saisonstart eines Meisters seit 27 Jahren

Das Desaster in Zahlen: Von den bisherigen sechs Spielen in der Bundesliga gingen drei verloren. Zweimal gewann man, einmal spielte man Unentschieden (insgesamt 7 Punkte). Sechs Gegentore musste man hinnehmen – bei sieben eigenen Treffern. Dortmund liegt mit acht Punkten Rückstand auf den Führenden Bayern München momentan nur auf Platz elf in der Tabelle. Die Dortmunder sehen sich mit dem miesesten Saisonstart eines Meisters seit 27 Jahren konfrontiert. Nur der VfB Stuttgart verbuchte 1984 nach sechs Spielen noch weniger Punkte in der Tabelle.

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Besonders ärgerlich das letzte Spiel gegen Hannover 96: Die in der 63. Minute erzielte 0:1-Führung der Dortmunder durch den Japaner Kagawa hielt bis ganz kurz vor Schluss.  Doch mit einem Doppelschlag durch Hagui in der 87. und Ya Konan in der 89. Minute schockierten die Hannoveraner den Meister. Ungläubig blickten die Dortmunder nach dem Abpfiff auf die Anzeigetafel.

Auch Nuri Sahin brauchte seine Reifephase

Die Tore und tödlichen Traumpässe eines Nuri Sahin, die andere als Torvorlagen reichlich verwerten konnten, vermisst man bislang bei Ilkay Gündogan. Noch hat er keinen Assist-Punkt landen können. Allerdings lastet ein unglaublicher Druck auf dem 21-Jährigen in Gelsenkirchen geborenen Deutschtürken. Er wird seine Zeit benötigen, immerhin spielt er erst seine dritte Bundesliga-Saison. Auch Sahin reifte erst nach einer Spielzeit als Leihgabe bei Feyenoord Rotterdam zur Führungsfigur bei Dortmund. Auch Gündogan sollte diese Zeit zugestanden werden.

Man darf gespannt sein, wie sich der BVB am Samstag in Mainz an alter Wirkungsstätte „Kloppos“ schlagen wird. Der FSV Mainz 05 rangiert derzeit mit ebenso vielen Punkten wie Dortmund auf dem Konto und einem schlechteren Torverhältnis (8:13) zwei Plätze hinter Dortmund.

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