Nürnberger Facebook-Studie: Macht Zuckerbergs Erfindung fett?

Haben Soziale Netzwerke wie zum Beispiel Facebook Auswirkungen auf das eigene Körpergewicht? Wirtschaftsinformatiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wollen dieser Frage jetzt auf den Grund gehen. Daneben wollen sie auch ein Mini-Programm entwickeln, das möglichem Übergewicht sogleich gegensteuern kann.

Dass das soziale Umfeld maßgeblichen Einfluss auf das eigene Ernährungs- und Bewegungsverhalten hat, das ist den mittelfränkischen Forschern bereits bestens bekannt. Doch gilt das auch in der Online-Welt? Dieser Frage wollen die Wissenschaftler der FAU jetzt nachgehen. Dafür untersuchen sie das „individuelle Gesundheitsbewusstsein und insbesondere das Körpergewicht von Probanden, die viel Zeit in Online-Netzwerken verbringen“.

Im Rahmen der Studie am Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik II konzentriert sich das Team unter der Leitung von Prof. Dr. Freimut Bodendorf vor allem auf die sozialen Einflussfaktoren der Probanden. Wie sieht zum Beispiel die Unterstützung des Freundeskreises bei einer Gewichtszu- oder -abnahme aus und welche Rolle spielt dieser überhaupt. Unterstützt werden sie dabei vom Frauenfitnessstudio „Das Studio – Frauenfitness“ in Nürnberg, in dem ein Teil der Probanden trainiert.

Längsschnittstudie aus den USA gab den Anstoß

Inspiriert wurden die Nürnberger von einer Längsschnittstudie aus den USA. Bereits vor vier Jahren bewiesen die beiden Autoren Nicholas A. Christakis und James H. Fowler darin, dass sich Übergewicht innerhalb sozialer Netzwerke – gemeint ist hier allerdings die „Offline-Welt“ – von Person zu Person überträgt. Gelten deren Resultate, die sie über 32 Jahre hinweg gesammelt haben, aber auch für die noch jungen Phänomene wie Facebook und Co.?

Ziel am Ende ist es eine Facebook-Anwendung zu entwickeln, die die identifizierten „Motivationsfaktoren“ aufgreifen soll, um dann im persönlichen Facebook-Freundeskreis ein gesundheitsbewusstes Verhalten zu fördern.

Betreut wird das Projekt durch Dr. Carolin Löffler und Janine Viol, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen des Lehrstuhls, Martin Wolff, Student im Masterprogramm International Information Systems an der FAU, und Dr. Hossein S. Zadeh von der School of Business IT & Logistics der RMIT Universität in Melbourne, Australien.

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