Männerverbot: 41.000 Frauen und Kinder bei Fenerbahçe-Spiel

In der Türkei wurden nun "radikale" Maßnahmen ergriffen, um Ausschreitungen während der Spiele in der gerade gestarteten Süper Lig-Saison zu begegnen. Jetzt wurden die Männer aus dem Fußballstadien verbannt. Frauen und Kinder unter zwölf Jahren besuchen die Spiele dagegen umsonst.

Getroffen wurde diese ungewöhnliche Regelung von der Türkischen Fußball Föderation (TFF), die Fenerbahçe  wegen des Verhaltens seiner Fans bereits abgemahnt hatte. So bot sich für hiesige Fußballfans am vergangenen Dienstag ein geradezu exotisches Bild als sich vor dem Şükrü Saraçoğlu Stadion von Fenerbahçe Istanbul schon während des Tages eine lange Schlange ausschließlich aus weiblichen Zuschauern bestehend bildete. Einige hatten ihre Babys dabei. Andere trugen die typischen gelben T-Shirts, um ihren Club zu unterstützten. Am Ende waren es mehr als 41.000 Frauen, die das Duell gegen Manisapor mit erleben wollten. Am Ende gab es übrigens ein 1:1-Unentschieden.

Strafe für Ausschreitungen im Spiel gegen Shakhtar Donetsk

Doch von vorne: Fenerbahçe wurde zunächst dazu „verdonnert“ zwei Spiele ohne jegliche Zuschauer auszutragen, nachdem die Fans des Clubs des Rasen während eines Freundschaftsspiels gegen das ukrainische Team von Shakhtar Donetsk stürmten. In dieser Woche hat die Föderation nun die Strafe abgeändert. Nun ist es lediglich Frauen und Kindern erlaubt, das Stadion zu besuchen.

Am vergangenen Dienstag gab es also kein Johlen oder Gröhlen, dafür aber Blumen für die Zuschauerinnen und Applaus für die gegnerische Mannschaft. Fenerbahçes Kapitän Alex de Sousa zeigte sich begeistert: „Daran werde ich mich ewig erinnern. Man sieht nicht immer so viele Frauen und Kinder bei einem Spiel.“ Auch Ömer Aysan, Mittelfeldspieler bei Manisaspor ist angenehm überrascht: „Es war ein großer Spaß in einer angenehmen Atmosphäre.“

Erstmals in der Geschichte des Fußballs nur Frauen und Kinder

Übrigens, die ausschließlich weiblichen Zuschauerinnen wurden darüber hinaus auch von ausnahmslos weiblichen Polizeibeamtinnen kontrolliert. Angeblich soll es allerdings trotzdem ein Mann in Frauenkleidern ins Stadion geschafft haben. Das berichten zumindest einige türkische Medien. Doch das nur nebenbei, denn wie Yasemin Mercil, von der Geschäftsführung des Clubs zusammenfasste, sei das Ganze ein geradezu „historischer Tag“ gewesen. „Erstmals überhaupt haben nur Frauen und Kinder ein Fußballspiel verfolgt.“ Auch alle Gesänge, lobt Mercil, hätten sie gekannt.

Ein weiteres Mal können sich die weiblichen Fans schon an diesem Mittwoch beweisen. Denn Fenerbahce muss noch ein weiteres Spiel ohne seine lautstarken männlichen Fans absolvieren. Ebenfalls nur Frauen und Kinder haben am dann freien Eintritt bei den Partien Karabükspor gegen Galatasaray, Antalyaspor gegen Mersin dman Yurdu, Eskiehirspor gegen Gençlerbirlii und Samsunspor gegen Trabzonspor.

Fenerbahçe wurde im vergangenen Juli von der TFF sanktioniert, nachdem Fans während eines Spiels nicht nur für Chaos gesorgt, sondern auch Journalisten attackiert hatten, die kritisch über den derzeitigen Spiele-Manipulationsskandal berichtet hatten. Der Club wurde aus der aktuellen Champions League-Saison ausgeschlossen. Präsident Aziz Yıldırım sitzt neben 30 weiteren Verdächtigen in Untersuchungshaft.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.