Explosion in Ankara: Zweiter Anschlag auf Zug verhindert

Die Türkei ist schwer getroffen vom Anschlag in Ankara. Einen Tag danach ist klar, es war ein Doppelanschlag geplant. Kurz nach der ersten Bombe sollte eine weitere in Ankaras Bahnhof explodieren.

In einem Schnellzug von Siirt im Osten der Türkei nach Istanbul sollte eine zweite Bombe kurz nach der ersten in Ankara explodieren. Nachdem bei der Polizei eine Bombendrohung einging, wurde der Zug in Kirikkale, nahe Ankara,  um 11.45 Uhr angehalten. Tatsächlich fanden Spezialisten eine Bombe und entschärften diese, bevor sie Schaden anrichten konnte. Elf Verdächtige wurden daraufhin festgenommen.

Ein Bekennerschreiben existiert weiterhin nicht. Die Bombe in der bekannten Kumrularstraße in Ankara war in einem Renault Laguna platziert. Das Auto sei erst am 13. September von einer Person mit gefälschten Papieren gekauft worden. Beim Kauf habe der neue Besitzer des Fahrzeugs gesagt, er sei ein Nationalist und liebe sein Land. Auf einem Parkplatz in der Kumrularstraße habe die Person den Autoschlüsses einem Angestellten des Parkplatzes gegeben und habe gesagt: „Park du, ich habe es eilig“ und habe sich schnell entfernt. Fünf Minuten später erfolgte die Detonation der Splitterbombe. Das meldet die liberale türkische Tageszeitung „Milliyet“. Bei dem Anschlag in Ankara kamen drei Personen ums Leben. Drei weitere schweben in akuter Lebensgefahr und über 30 Personen wurden verletzt.

Die erste Stellungnahme zum Anschlag kam von der Kurdenpartei BDP. Noch bevor klar war, ob es sich um einen Terrorangriff hielt, erklärte der Vorsitzende Selahattin Demirtas: „Falls das ein Anschlag war, verurteilen wir diesen scharf. Eine solche Aktion gegen Zivilisten bringt keinem etwas. Weder dem, der sie ausführt, noch dem, der sie befiehlt.“

Wer steckt hinter dem Anschlag?

Vermutet wird die terroristische PKK hinter dem Anschlag. Die Anwälte des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan werden seit der vergangenen Woche nicht mehr zu ihm gelassen. Daraufhin hatte PKK-Führer Mustafa Karasu in der vergangenen Woche gegenüber der Nachrichtenagentur „Firat“ erklärt, man habe vor, die Anschläge auf die Innenstädte auszuweiten.

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