Keine Gnade: Troy Davis in Georgia hingerichtet

Troy Davis ist in der Nacht im US-Bundesstaat Georgia für seine angeblich tödlichen Schüsse auf den Polizisten Mark MacPhail im Jahr 1989 mit einer Todesspritze hingerichtet worden.

Die Vollstreckung von Davis Todesurteil war um vier Stunden verzögert worden, während der US-Supreme Court ein Gnadengesuch prüfte, das schließlich aber in letzter Instanz abgelehnt wurde.

Der Fall des 42-Jährigen Schwarzen war stark umstritten, da sieben von neun Zeugen ihre Aussage in Bezug auf die Täterschaft von Davis später widerrufen oder geändert hatten. Zudem waren weder DNA-Spuren, Fingerabdrücke noch eine Waffe gefunden worden, die Davis im Zusammenhang mit der Tat gebracht hätten. Auch, so sagen seine Anwälte, seien ballistische Tests im Rahmen der Aufklärung des Mordes fehlerhaft gewesen. Davis selbst hatte seine Unschuld stets beteuert. Dreimal war seine Hinrichtung in letzter Minute verschoben worden.

Der weiße Polizist MacPhail war im Juli 1989 erschossen worden, als er einem Obdachlosen zu helfen versucht hatte, der auf einem Parkplatz einer „Burger King“-Filiale angegriffen worden war.

Außerhalb des Gefängnisses in Jackson, Georgia, hatten Hunderte gegen das Todesurteil demonstriert – ohne Erfolg. Als sie von der Nachricht des Todes hörten, brachen viele zusammen und weinten. Der Fall hatte für große internationale Proteste gesorgt. Unter jenen Unterstützern, die zuletzt noch versucht hatten, das Todesurteil noch abzuwenden, gehörten auch Papst Benedikt XVI. und der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter.

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