„Das Internet könnte die Politik der Türkei verändern“

Die Kraft der jugendlichen Internetnutzer zu unterschätzen, davor warnt Günseli Özen Ocakoglu, eine der führenden türkischen Marketing-ExpertInnen. Deren Macht habe sich bereits im Kampf gegen die ursprünglich geplanten Internet-Filter in der Türkei gezeigt.

Der Arabische Frühling habe auf Twitter und Facebook begonnen, so Ocakoğlu, Vorstandsvorsitzende vom türkischen Rota Verlag und Chefredakteuren von Marketing Türkiye, berichtet „Hürriyet Daily News“. „Leider unterschätzen türkische Politiker oft die Kraft der in der Türkei lebenden Jugendlichen, die alle auf Online-Plattformen vereint und bereit sind, sich zu zum Protest für alles mögliche zusammenzuschließen“, so Ocakoğlu.

Die Benutzung von Social-Networking-Plattformen durch Jugendliche in der Türkei könnten politische Ergebnisse ähnlich denen erzeugen, die während des arabischen Frühlings zu sehen waren.

Ihrer Ansicht nach hätten die türkischen Jugendlichen ihren „ersten Sieg“ dadurch bereits errungen, dass sie die neuen Internetfilter, welche die die türkische Behörde für Informations-und Kommunikationstechnologie (BTK) im August eigentlich hatte einführen wollen, verhindern konnten. Die türkischen Politiker sollten ihrer Ansicht nach verstehen, dass die Jugendlichen sich auch weiterhin „in ernsthafte Probleme“ einmischen würden.

34 Mio. türkische Internetnutzer, davon 30 Mio. auf Facebook

„Einige hatten die Proteste zunächst auf Facebook und Twitter begonnen, später schlossen sich viele den Protesten gegen die Entscheidung der BTK [zur Einführung der Internetfilter] an“, sagt Ocakoglu. Die BTK hatte aufgrund der Proteste entschieden, die Internetfilter bis November dieses Jahres zu verschieben und Verbesserungen daran vorzunehmen. Außerdem soll die Nutzung des Filters nicht mehr verbindlich, sondern freiwillig sein.

Laut aktuellen Angaben des türkischen Statistik-Instituts TURKSTAT gibt es in der Türkei 34 Millionen Internetnutzer und 30 Millionen Facebook-Nutzer. Fast 14 Millionen von ihnen seien im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. Etwa 16 Millionen Menschen seien zwischen 15 und 25, während neun von zehn Jugendorganisationen Social-Networking-Plattformen nutzen würden.

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