Neue Facebook-Features: Immer mehr Experten warnen

Mehr als 800 Millionen Menschen sind derzeit Mitglied bei Facebook. Sie tauschen sich aus und nutzen die Vorzüge schneller Kommunikation. Erst Ende vergangener Woche stellte Zuckerberg seine jüngste Vision, die Timeline-Funktion vor. Doch was dem Einen Freude bereitet, sorgt beim Anderen für immense Bauchschmerzen.

Einer der Skeptiker ist Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar. Im Gespräch mit der „Südwest Presse“ zeigte er sich besorgt über die Ankündigungen des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg. Seiner Meinung nach würden diese viele neue Fragen aufwerfen. Seine Behörde werde sich die neuen Features jedensfalls sehr genau ansehen.

Timeline-Funktion entzieht dem User die Kontrolle

Er mahnt: „Wenn es darum gehen sollte, Lebensläufe automatisiert aus einem Wust von Daten zu generieren, dann muss uns das zum Nachdenken bringen. Es geht letztlich darum, dass der Nutzer selbstbestimmt entscheidet, was mit seinen Daten passiert. Das darf nicht eine automatisierte Funktion von Facebook ohne vorherige Zustimmung übernehmen.“

Der Experte hält eine selbständige Kontrolle der eigenen Daten über das Soziale Netzwerk nicht für gegeben. Ganz im Gegenteil: Facebook erzeuge vielmehr über die markierten Nutzer auf Photos im Hintergrund durch eine Gesichtserkennungssoftware biometrische Daten zur Wiedererkennung von Gesichtern. „Eine Einwilligung der Betroffenen wird derzeit nicht gefordert. Facebook reicht es, irgendwo in Datenschutzbestimmungen darauf hinzuweisen, dass so etwas passieren kann. Das widerspricht sowohl dem europäischem als auch dem deutschen Datenschutzrecht“, erklärt Caspar weiter.

Und wie steht es da mit der Konkurrenz von Google+? Eine Empfehlung mag er so direkt zwar nicht aussprechen. Doch dieser Dienst sei in seinen Augen auf jedenfall transparenter als Facebook. „Durch die Kreise ‚Circle‘ kann man gut filtern, wer was von mir erfährt, während bei Facebook die Dinge schwer verständlich sind, auch wenn man letztlich ähnliche Einstellungen vornehmen kann.“

Facebook startet den Frontalangriff auf Google+

Im Kampf mit Google+, das Netzwerk hat derzeit gut 25 Millionen Nutzer, hatte Facebook sein Angebot erweitert. In San Francisco hatte Mark Zuckerberg kürzlich das neue Angebot für die Mitglieder vorgestellt, die künftig via „Tagebuch“ eine Art „Archiv ihres Lebens“ erstellen können.

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