Türkisches Schiff vor Nord-Zypern: Gezielte Provokation?

Erst vor wenigen Tagen hatten der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sowie sein Energieminister Taner Yildiz gedroht, dass die Türkei auf die geplanten zypriotischen Erdöl- und Erdgasbohrungen im Mittelmeer reagieren werde. Jetzt sieht es so aus, als erste ob "Gegenmaßnahmen" eingeläutet würden.

Seitdem das türkische Forschungsschiff „Piri Reis“ am vergangenen Freitagmittag vom westtürkischen Hafen Urla nahe Izmir aus Kurs in Richtung östliches Mittelmeer genommen hat, herrscht dort eine spürbar angespannte Situation.

Ankara schließt Erkundungsabkommen mit Nordzypern

Offiziell heißt es, die „Piri Reis“ begebe sich in dieses Gebiet, um dort in Kooperation mit der norwegischen Firma „Veritas“ „seismische Aktivitäten“ zu erkunden. Das Forschungsschiff soll erstmals im offenen Meer nördlich vor der geteilten Insel Zypern vor Anker gehen.

Der türkische Energieminister Taner Yildiz hatte bereits am Tag zuvor angekündigt, dass sein Land eigene Interessen im Mittelmeer deutlicher vertreten werde. Darüber hinaus gab er bekannt, dass die Regierung in Ankara als Reaktion auf die Erdgassuche vor der Küste Zyperns mit dem türkischen Norden Zyperns ein Abkommen über den Verlauf des Kontinentalsockels unterschrieben habe. Es solle einer eigenen Erschließung von Gasvorkommen den Weg bereiten. Zypern und Griechenland haben dies unterdessen als illegal verurteilt. Vorausgegangen war der Beginn einer Suche nach Erdgas durch amerikanische Techniker. Diese hatten ihre Arbeit am vergangenen Sonntag rund 60 Seemeilen (110 km) südlich von Zypern begonnen.

Begleitung durch Kriegsschiffe nicht ausgeschlossen

Gerüchte, wonach die „Piri Reis“ bei ihren Untersuchungen von türkischen Kriegsschiffen begleitet werden könnte, wurden von Ankara bisher nicht dementiert. Darüber hinaus wolle Ankara, so die türkische Tageszeitung „Hürriyet“, Patrouillen in einer Region beginnen, die von der Regierung in Nikosia als ausschließliche Wirtschaftszone (AWS) beansprucht werde.

Bereits 2007 keine Einigung zwischen Türkei und Zypern

Von Außenstehenden wird das Verhalten der Türkei als „Revanche“ auf die Probebohrungen nach Erdgas, die Zypern Anfang dieser Woche gestartet hatte, betrachtet. Bereits im Jahr 2007 hatte die Türkei militärische Schiffe in die Gewässer vor Zypern entsandt. Damals wollte Zypern die Ölvorkommen an der Küste nutzen. Doch auch die Türkei wollte vom „schwarzen Gold“ proftieren. Es kam zu keiner Einigung.

Die Türkei ist das einzige Land, das Nordzypern anerkennt. Die Ölvorkommen vor der Küste Zyperns gehören nach Ansicht der Türkei sowohl der türkischen, als auch der griechischen Seite. Die griechisch-zypriotische Regierung sieht das jedoch anders. Solange Ankara an dieser Haltung festhalte, wolle sie den Beitritt der Türkei zur EU blockieren. An den Gas und Ölplänen werde man ohnehin festhalten.

http://www.youtube.com/watch?v=uduaFWkuMsg

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Nächster Feind: Türkei beschwert sich über Zypern!

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