Fast 1300 Tote: Massengrab in Libyen entdeckt

Wie die libysche Übergangsregierung an diesem Sonntag mitteilte, wurde in der Hauptstadt Tripolis ein Massengrab entdeckt.

In dem Massengrab befanden sich die sterblichen Überreste von mehr als 1270 Menschen, die von Sicherheitsleuten des einstigen Diktators Muammar al-Gaddafi im Jahr 1996 während eines Massakers im berüchtigten Abu-Salim-Gefängnis getötet wurden.

„Wir haben es hier mit mehr als 1270 Märtyrern zu tun. Jeder einzelne von ihnen muss gekennzeichnet werden, um sie später über einen DNA-Abgleich mit ihren Familien identifizieren zu können“, so Amtsarzt Dr. Osman Abdul Jalil. „Es könnte Jahre dauern, bis die Wahrheit ans Licht kommt.“

Gegen Verschärfung der Haftbedingungen in „Abu Salim“

Die Regierung des einstigen Machthabers Muammar Gaddafi hielt in „Abu Salim“ seiner Zeit viele Oppositionelle gefangen. In der Hochsicherheitsanlage kam es vor 15 Jahren, am 28. Juni 1996, zu einem Aufstand. Insassen eines Zellenblockes nahmen während der Essensausgabe einen Wärter gefangen. In der Folge schlossen sich Hunderte Häftlinge den Aufständischen an, die so gegen Verschärfungen der Haftbedingungen protestierten. Nach weiteren Geiselnahmen und Schüssen begannen am Tag darauf Massenhinrichtungen. Bis 2004 leugnete die Regierung, dass es diesen Vorfall überhaupt gegeben hat.

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