Abbas ruft „palästinensischen Frühling“ aus

Zwei Tage nach seinem historischen UN-Antrag wurde Palästinenserpräsident Mahmud Abbas an diesem Sonntag von Tausenden Menschen jubelnd und Fahnen schwenkend in der Westbank empfangen.

Seit seinem Antrag bei der UN auf staatliche Anerkennung Palästinas am vergangenen Freitag, den er trotz Widerstands von Israel und den USA gestellt hat, ist die Beliebtheit von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rasant nach oben geschossen.

Sein Antrag katapultierte die Region in „unbekannte Gewässer“ und hinterließ eine zwiegespaltene Runde, die kontrovers diskutiert, wie mit diesem Vorstoß Abbas‘ zu verfahren sei.

Abbas hält Unabhängigkeit Palästinas für unausweichlich

Am Sonntag drängten sich nun Tausende um sein Hauptquartier in Ramallah, um einen Blick auf die 76-jährige Vize-Präsident nach seiner Rückkehr aus New York erhaschen zu können. Auch Abbas zeigte sich ungewöhnlich lebhaft, schüttelte Hände und winkte dem Publikum zu. Er selbst verglich seine Aktion mit dem „arabischen Frühling“, den Massendemonstrationen, die die arabische Welt in der Hoffnung auf Freiheit Anfang des Jahres und noch immer ins Wanken gebracht haben. Noch einmal betonte er mit Nachdruck, dass eine Unabhängigkeit Palästinas unausweichlich sei.

„Wir haben der Welt erzählt, dass es so etwas wie den arabischen Frühling gibt. Doch der palästinensische Frühling ist hier“, so Abbas. Ein beliebter Frühling, ein populistischer Frühling, ein Frühling der im friedvollen Kampf sein Ziel erreichen werde. Gleichzeitig warnte er, dass die Palästinenser noch einen „langen Weg“ vor sich haben würden. Es würde Leute geben, die ihnen Hindernissen entgegen stellen würden. „Doch dank Eurer Anwesenheit werden sie fallen und wir werden unser Ziel erreichen.“

Israel lehnt Grenzen wie vor dem Sechstage-Krieg ab

Das Ziel der Palästinenser ist ein unabhängiger Staat in der Westbank, in Ostjerusalem und im Gazastreifen. Diese Gebiete wurden während des Sechstagekriegs in den 60er Jahren durch Israel erobert. Israel lehnte diese Forderung ab, kündigte aber  an, dass man bereit für Friedensgespräche nach den Plänen des Nahost-Quartetts sei. Vorbedingungen würden, so Präsident Benjamin Netanyahu jedoch abgelehnt. Auch der Ruf den Bau jüdischer Siedlungen in palästinensischen Gebieten einzufrieren wurde nicht erhört.

Nach den Vorstellungen des Nahost-Quartetts sollen sich Israel und die Palästinenser gleich zu Beginn der Verhandlungen darauf festlegen, dass die beiden Parteien bis Ende 2012 eine Lösung gefunden hätten. Umfassende Vorschläge zu Grenzen und Sicherheit sollen bereits binnen der ersten drei Monate und sichtbare Fortschritte schon nach sechs Monaten erfolgen. Von Seiten der Palästinenser wurden die Vorschläge weniger entgegenkommend aufgenommen. Außenminister der Palästinenserbehörde, Riad Malki, bezeichnete die Pläne als “unvollständig”.

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