Keine Henkersmahlzeit mehr in Texas

Der in der vergangenen Woche unter großen internationalen Protest im US-Bundesstaat Georgia hingerichtete Troy Davis hatte ganz bewusst auf sie verzichtet. Jetzt hat Texas sie gänzlich gestrichen: Eine Henkersmahlzeit wird den Todeskandidaten künftig nicht mehr gewährt.

Mit der Giftspritze war Troy Davis Ende der vergangenen Woche trotz massiver Zweifel bei Außenstehenden getötet worden. Bis zuletzt glaubte der Todeskandidat an einen Aufschub. Die letzten Stunden wurden zur Qual. Seine Henkersmahlzeit ließ er unberührt.

Auch Delinquent Lawrence Russell Brewer, der ebenfalls in der letzten Woche starb, aß sein letztes Mahl nicht. Ein Pfund Grillfleisch, dazu zwei Steaks, ein dreifacher Cheeseburger, ein Käseomelett, eine Pizza, eine Schüssel Okra- Gemüse mit Ketchup, ein halber Laib Weißbrot und als Nachtisch ein halber Liter Eiscreme hatte der 44-jährige wegen Mordes zum Tode Verurteilte, der einst Mitglied des rassistischen Ku-Klux-Klans war, bestellt und ihm  letztlich auch in einem „vernünftigen Maß“, so die Justizbehörden, bereit gestellt. Dass die Speisen allerdings gar nicht aufgegessen wurden, erzürnte in der Folge Politiker und Justiz im US-Bundesstaat Texas.

Senator John Whitmire beschwert sich bei Justizbehörden

Senator John Whitmire wandte sich nun in einem empörten Brief an die Justizbehörden von Texas. Darin bezeichnete er die Praxis, den Wunsch auf eine Henkersmahlzeit zu gewähren als „extrem unangemessenes Privileg“. Das sei ein Privileg, das der Mörder seinem Opfer nicht gewährt habe. Behördenchef Brad Livingston reagierte noch am Freitag: In Zukunft sollen die Todeskandidaten in seinem Bundesstaat vor er Hinrichtung nur noch dasselbe Essen bekommen wie die anderen Inhaftierten auch.

Mehr hier:

Hinrichtung: Das waren die letzten Worte von Troy Davis

Keine Gnade: Troy Davis in Georgia hingerichtet

Keine Gnade für Troy Davis? Hinrichtung steht unmittelbar bevor


Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.