PKK-Angriff: Warum ignorierte türkische Polizei Hilferuf?

Schon eine Stunde vor dem PKK-Angriff in Siirt verlangte der Leiter der Polizeiwache Erdal Canbulat nach Verstärkung. Die Terroristen hatten die Straßen mit Minen ausgelegt und verhinderten damit ein Durchkommen des Militärs. Canbulat wurde beim Angriff getötet.

Mehr als zehn Mal hat der Leiter der Polizeiwache des Dorfes Belenoluk, Erdal Canbulat, über Funk nach Hilfe verlangt. Das brachten Untersuchungen des PKK-Angriffs vom Sonntag ans Licht. „Sie werden angreifen“, warnte er die Behörden der Provinz Siirt und sagte, er benötige umgehend Verstärkung.
Diese antworteten ihm, die Straßen seien vermint und es könnten aufgrund des Beschusses auch keine Helikopter landen. Warum die Helikopter auch vor dem Angriff nicht landen konnten, bleibt dabei allerdings offen. Canbulat hörte zuvor Funksprüche der Terroristen ab.

Stecken die Dorfbewohner mit den Terroristen unter einer Decke?

Unterdessen wurden 19 Dorfbewohner festgenommen. Sie werden verdächtigt, der PKK Unterschlupf und Hilfe geleistet zu haben. Die ersten Angreifer fuhren mit dem Auto eines Bewohners zur Polizeiwache. Er behauptet, sie hätten ihm das Auto unter Zwang abgenommen. Die Behörden verdächtigen die Dorfbewohner, weil die größeren Waffen, wie Raketen, direkt aus dem Dorf abgefeuert wurden.

Die Terroristen verschanzten sich während des Angriffs in einer Lehrerunterkunft unweit der Wache. Die Polizei erwiderte zunächst nicht das Feuer, um Lehrer und Kinder im Gebäude nicht zu verletzten. Einen Tag nach dem Angriff, am Montag, blieben die Klassenzimmer leer. Kein Kind aus dem Dorf erschien zum Unterricht. Die Lehrer haben ihrerseits mit den Folgen des Angriffs zu kämpfen. Sie fühlen sich nicht mehr sicher und forderten vom Bürgermeister Mimar Sinan Batmaz erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.

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