Liebermans Revanche: Erdogans Regierung unterstützt den Terror

Als Reaktion auf die jüngste Kritik des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan an Israel in einem Interview mit "CNN International" beschuldigt der israelische Außenminister Avidgor Lieberman Erdogans Regierung der "Unterstützung und Förderung des Terrors".

„Wer gestern das Interview des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan geschaut hat, hat erneut Verbalattacken gegen den Staat Israel gesehen“, so äußerte Lieberman laut der israelischen Nachrichten-Website „Ynet“ am Dienstag.  „Wir haben keine Probleme mit der Türkei, die seit Jahren ein freundliches Land war, wir waren Partner und haben in einer Reihe von Bereichen einschließlich der Verteidigungspolitik und der Wirtschaft zusammen gearbeitet“, wird Lieberman des Weiteren zitiert. Die türkische Zeitung „Zaman“ berichtet.

Lieberman: Erdogan macht mit jedem Wort mehr PR für Israel

Probleme gebe es laut dem israelischen Außenminister allein mit der türkischen Führung: „Wir respektieren natürlich die türkische Nation und die Türkei als Staat, unser Problem ist in erster Linie die aktuelle türkische Führung – eine radikale und extremistische islamistische Führung, die den Terror unterstützt und fördert“, so Lieberman.

Der israelische Außenminister argumentiert laut dem Blatt, dass Erdogans Auftritt auf „CNN“ eigentlich „sehr gut“ – da „PR“ für Israel sei. So würde er gern „jedes Medienunternehmen kaufen und Erdoğan den ganzen Tag und die ganze Nacht sprechen lassen“. Denn, so Lieberman, „jedes Mal, wenn er im Fernsehen spricht, bringt er mehr Unterstützung für den Staat Israel“.

Erdogan: Israel benutzt den Holocaust für seine Opferperspektive

Der türkische Premier hatte zur israelischen Politik in Bezug auf Palästina gegenüber „CNN“ gesagt, Israel habe 100.000 Palästinenser getötet, während palästinensische Raketen und Bomben nur wenige Israelis getötet hätten. Zudem beschuldigte er Israel, den Holocaust dazu zu benutzen, um die Anschauung aufrecht zu erhalten, „unaufhörlich die Opfer [zu] bleiben“.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe Erdoğans Bemerkungen als „empörend und falsch“ bezeichnet, heißt es in der Zeitung weiter. Netanjahu wird mit der Äußerung gegenüber der „Jerusalem Post“ zitiert: „Das sind unverschämte Vorwürfe gegen Israel, die nichts mit den Tatsachen zu tun haben“. Israel habe „Tausende seiner Bürger durch den palästinensischen Terrorismus verloren“ und „natürlich nicht Hunderttausenden von Palästinensern das Leben genommen“.

Netanjahu: Erdogans Äußerungen sind „ungeheurlich“

Bezüglich Erdoğans Bemerkungen über den Holocaust habe Netanjahu entrüstet wiedersprochen: „Wir benutzen nicht den Holocaust; der Holocaust war das schlimmste Verbrechen, welches unserem Volk in der Geschichte angetan wurde“. Und weiter: „Diese Behauptung zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu hören, nur 60 Jahre nach dem Holocaust, ist ungeheuerlich“, habe er hinzugefügt.

Während des CNN-Interviews hatte Erdoğan gesagt, die Beziehungen der Türkei mit Israel würden sich nicht normalisieren, wenn sich die aktuelle Stimmung nicht erheblich ändere: „Die türkisch-israelischen Beziehungen sind zerbrochen, weil Israel die Spannung hat eskalieren lassen“, so Erdogan. Begonnen habe dies „mit dem israelischen Angriff auf eine humanitäre Hilfsflotte [Mavi Marmara] nach Gaza“.

» Lesen Sie alle Nachrichten über Mavi-Marmara

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.